Markgräfler Bürgerblatt

Zweitältester Platz Baden-Württembergs feiert Jubiläum

So adrett kleidete man sich damals, wenn es um Wettspiele ging: Clubturnier Gutach/Frankfurt in den späten 20er Jahren. Foto: privat

90 Jahre Golf in Südbaden

Gutach. „Golf ist kein Sport, es ist ein verdorbener Spaziergang“, sagte einst Mark Twain. Und irgendwie scheint man sich in Deutschland an dieses Wort des amerikanischen Humoristen gehalten zu haben, denn erst mit dem Ende des 19. jahrhunderts gründeten sich einige Golfclubs, meist unter Einfluss englischer Kaufleute oder Sommerfrischler.
Im Südwesten machten Baden-Baden und Gutach die Vorreiter: 1924 wurde in dem kleinen Ort im Elztal ein Golfplatz angelegt – von der golfbegeisterten Familie Gütermann, die den „Golfbazillus“ aus England mitgebracht hatten: Sohn Paul hatte beim Studium dort gelernt, die Schläger zu schwingen. Der eigentliche Golfclub Gütermann Gutach (G.G.G., später GGG) wurde offiziell am 23. Oktober 1927 gegründet.
1938 wurde auf Firmenkosten das Clubhaus fertig gestellt, das in seiner Form und Zweckmäßigkeit zu den schönsten seiner Art zählt und heute noch nahezu unverändert existiert. Im Frühjahr 1939 wurde die “Betriebssport Abteilung Golf” (“BAG“) ins Leben gerufen. Angestellte der Firma Gütermann hatten die Möglichkeit, gegen geringen Unkostenbeitrag Golf zu spielen. Die Einrichtung der BAG war einzigartig in Deutschland, denn Golf galt damals als Exklusivsport. Die BAG führte auch dazu, das es im GGG – bis heute – immer etwas „normaler“ zu geht als in anderen Clubs.
Der Krieg machte auch vor Gutach nicht halt: Im Frühjahr 1940 wurde für den oberen Teil des Platzes eine Schafherde angeschafft, um das Gras kurz zu halten. Der restliche Platz wurde ab 1943 teils als Acker und Viehweide, teils für Schrebergärten von Mitarbeitern der Firma Gütermann genutzt. Nach Kriegsende hielten im Herbst 1945 französische Truppen Einzug in Gutach und requirierten das am Golfplatz gelegene “Château de Gutach”. Sie legten fest, dass „der Golf- und Tennisplatz beim Schloss von Gutach sind ausschließlich für die französischen Offiziere und ihre Familien, die das Schloss bewohnen, reserviert. Niemand ist berechtigt, den Platz ohne besondere Erlaubnis des Oberoffiziers zu betreten.” Erst im Frühjahr 1954 hatte Gutach wieder seinen 9-Loch-Platz.
Innerhalb des G.G.G. wurde – in Erinnerung an die BAG – die Betriebssportgruppe Golf (B.S.G.) gegründet, die sich aus Mitarbeitern der Firma Gütermann und ehemaligen Caddies zusammensetzte. Der jährliche Höhepunkt war beinahe 20 Jahre lang das Spiel G.G.G. gegen B.S.G., bei dem spannende Duelle gegeneinander ausgefochten wurden.
1999, zum 75-jährigen Jubiläum, spendierte sich der Club einen ausgedehnten Platzumbau. Im Juli 2001 war der neue alte Platz wieder vollständig bespielbar und hat nun Paar 70, entspricht damit allen golfsportlichen Anforderungen.
2014 begeht man nun das 90-jährige Jubiläum und kann sagen, dass der zweitälteste Golfplatz Baden-Württembergs die durchaus bewegten Zeiten erfolgreich gemeistert hat. Mitgliedern wie Verantwortlichen ist zu wünschen, dass diese Entwicklung weiter positiv verläuft und man in zehn Jahren entspannt und fröhlich den 100 Geburtstag dieser wunderschönen (Golf-)Parkanlage feiern kann. (asz)
Info: www.gggutach.de

Zur Geschichte des Golfclub Gütermann Gutach hat die Enkelin des Gründers, Alexandra Gütermann, ein höchst interessantes und amüsant zu lesendes Buch geschrieben: „90 Jahre Golf in Gutach“s, 40 Euro – in jeder Buchhandlung oder im Golfclub Gütermann Gutach (Sekretariat) erhältlich.

Zur Geschichte des Golfclub Gütermann Gutach hat die Enkelin des Gründers, Alexandra Gütermann, ein höchst interessantes und amüsant zu lesendes Buch geschrieben: „90 Jahre Golf in Gutach“s, 40 Euro – in jeder Buchhandlung oder im Golfclub Gütermann Gutach (Sekretariat) erhältlich.

 

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte Dich auch interessieren …