Markgräfler Bürgerblatt

Zustrom von Asylbewerbern

Erst umbauen, dann aufnehmen – das Gästehaus des Hotel „Bauer“ muss noch umgebaut werden, damit es den Vorschriften entspricht. Foto: privat

Müllheimer Turnhalle wird Aufnahmelager

Müllheim. 60 Unterkünfte zur Erstaufnahme von Asylbewerbern wurden in einer Müllheimer Turnhalle nun eingerichtet: im Oktober erreichten 98 Neuankömmlinge den Landkreis – gegenüber 82 im Gesamtjahr 2010.
Sechs Monate soll die Halle als Auffanglager dienen. Doch beim Landratsamt ist man besorgt, dass man über diese Zeitspanne hinaus die Halle benötigen werde: Noch ist kein Ende des Flüchtlingsstromes abzusehen. Die Hale fällt damit für den Sport aus – drei Vereine, die sie nutzten hat man schon verlagert, ein vierter muss noch untergebracht werden. Ebenso muss der bisher dort durchgeführte Schulsport neu verteilt werden.
Bei aller Hilfsbereitschaft in den Kommunen und der Bevölkerung: allmählich beschleicht die Verantwortlichen die Sorge, dass auf Dauer solche Flüchtlingsströme kaum bewältigt werden können – zumal man sich selbst das Leben schwer macht: In Müllheim soll das Hotel „Bauer“ zum Asylbewerberheim werden. Doch bis das geschehen kann muss noch ein Umbau über die Bühne gehen: aufgrund der Brandschutzvorschriften für Asylbewerberheime muss hier nachgebessert werden. „Ich sehe fassungslose Gesichter“, schildert Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich die Situation, „da gehen die letzten Gäste, aber die wartenden Flüchtlinge dürfen erst nach einem Umbau rein – der dauert rund ein Dreivierteljahr und kostet eine Mio Euro!“
Unverständnis herrscht auch für die Vorschrift, dass Asylbewerber nicht in Gewerbegebieten untergebracht werden dürfen: „Da wohnen unsere Handwerker über oder neben ihren Betrieben und fühlen sich wohl – aber Flüchtlingen ist es aufgrund von Lärmbelästigung durch Unternehmen nicht als Aufnahmeort zuzumuten“, schildert konsterniert Bad Krozingens Bürgermeister Volker Kieber die Situation.
Er baut bis Herbst 2015 ein neues Asylbewerberheim, für zwei Mio. Euro entstehen 80 Plätze. Das heißt aber nicht, dass damit der Zuzug abgefedert wäre: „Wir haben schon nach Plätzen für Wohncontainer Ausschau gehalten“, räumt der Rathauschef ein. Wie ihm und seiner Verwaltung dürfte es auch den anderen Bürgermeistern der Region gehen. (MBB)

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