Markgräfler Bürgerblatt

Zusammenarbeit von HWK und IHK: Arbeit Basis der Integration von Flüchtlingen

Sehen im erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben die beste Voraussetzung für eine Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft: Anderas Kempf (IHK), Johannes Ulrich (HWK), Dr. Steffen Auer (IHK), Wolfram Seitz-Schüle (HWK). Foto: Stephanie Salzer-Deckert

Freiburg. Die Zuwanderung von Asylsuchenden in unsere Region entpuppt sich als Herkulesaufgabe für die Wirtschaft, denn es geht für sie nun verstärkt um die Frage, wie man Asylsuchende in Arbeit bringen kann.
In Freiburg haben die Spitzen von Handwerkskammer (HWK) und Industrie und Handelskammer Südlicher Oberrhein (IHK) nun betont: Die Zuwanderung sei aber „eine gute Chance“, mittelfristig den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel abzumildern, so HWK-Präsident Johannes Ullrich. Dabei müsse aber „Qualität vor Quantität“ gehen. Sprich: Die Menschen müssen eine Bildung und Ausbildung mit Hand und Fuß erhalten. Denn auch, so IHK-Präsident Steffen Auer, wenn rund 60 Prozent der 200.000 Asylsuchenden, die in Baden-Württemberg seit 2015 angekommen sind, im Alter zwischen 18 und 34 und somit sehr interessant für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind, stellt doch der 80 Prozent hohe Anteil von Menschen ohne Ausbildung und Schulabschluss in dieser Gruppe eine echte Herausforderung dar: „Viele der Leute sind Analphabeten“, so Auer. Man müsse bei der Integration in längeren Zeiträumen denken.
Und IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Kempff ergänzt: „Viele Menschen haben ja keinerlei Kontakt zu den Flüchtlingen. Mit einer Integration durch Arbeit kann man das ändern.“ Das helfe beim Abbau von Vorurteilen. Für das kommende Jahr rechnet die HWK mit rund 20 Auszubildenden im HWK-Bezirk Freiburg, die Asylsuchende sind. „Wir sind da noch in der Aufwärmphase. In den Jahren darauf dürften es deutlich mehr werden“, ist Geschäftsführer Wolfram Seitz-Schüle von der HWK sicher. In den meisten Fällen sei die Arbeitsmotivation der Flüchtlinge groß: Drei „Kümmerer“, die Asylsuchende und mögliche passende Betriebe gemeinsam auf dem Weg der Integration begleiten, hat die HWK in Freiburg bereits eingestellt, einen die IHK, weitere Stellen sollen geschaffen werden. Kleine Betriebe im Handwerk seien mit dem Thema auf sich gestellt und so leicht überfordert. Sprache und Arbeitskultur zu vermitteln sei „eine extreme Herausforderung“ für sie, so Wolfram Seitz-Schüle.

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