Breisach Aktuell

Zunftabende begeistern mit einem grandiosen Programm

Die Halle bebte an beiden Zunftabenden.

„Gauklerei und Kesslerei –

die Fasent isch so schnell vorbei“, mit diesen Worten hieß Zunftmeister Wilfried Meyer das närrische Publikum in der Möhlinarena herzlich willkommen. Vergangenen Freitag und Samstag brachten die Akteure der Zunftabende die Stadthalle zum Kochen. Mit ihrem vierstündigen Programm unterhielten sie die Zuschauer auf höchstem Niveau.

Lokalpolitik und ein Damenklo
Das Brisacher Multitalent Frank Hinterseh führte mit brilliantem Witz und Charme durch den Abend. Mit ihrem rasanten Tanz eröffnete die Zunftgarde der Kaiserhusaren das eigentliche Showprogramm. Erstmalig studierte Ramona Schmidt den Tanz der Gardemädels ein. Einen verbalen Ausflug in das Geschehen der weiten Welt wagte Zeremonienmeister Peter „Molli“ Ehrhardt. Egal, ob die weiße Weste des Fußballs, das Millionengrab Berliner Flughafen sowie die Frage danach, wer eigentlich Donald Trump gewählt hat und wer Mutter Theresa Merkel noch wählen will, kein Thema blieb von seiner spitzen Zunge verschont. Alles stellte er auf den Prüfstand. Für sein Fazit „Die Politik denkt nur an ihre Gagen und tut uns Wähler verarschen“ erntete er zustimmenden Beifall. Völlig aneinander vorbei redeten derweil Eike Harnischmacher und Michael Bürgin von den Hochstetter Panduren. Während sie ihrem Mann verschiedene Aktivitäten aufzuzwingen versuchte – „geh‘ spazieren, lies‘ doch was, willsch was zu trinken?“ – möchte er einfach nur seine Ruhe haben. Genervt verglich er die Unterhaltung mit einer der ergebnislosen Stadtratssitzungen zum Thema Erneuerung des Marktplatzes. „Wenn Dummschwätzer fliegen könnten, müssten in ganz Breisach die Vögel uff’m Bode laufe!“ Damit brachte Michael Bürgin den Saal zum Toben. Die Bajakl Schnäpfe berichteten in ihrem Lied davon, was man so alles in der ultralangen Schlange vor dem Damenklo erlebt. Dabei nahmen sie die weiblichen Mitglieder der Brisacher Zünfte mit einem Augenzwinkern auf die Schippe. Über die „weltklasse Verkehrsführung in Breisach“ und Weinbrunnenfeste am Rhein sangen die Brisacher Rhischwätzer Maxi (Corina Steible) und Moritz (Michael Gräbling) – begleitet von Hubert Gräbling an der Gitarre.

Tatort aus Breisach
In Breisach wurde der Urnarr entführt. Hauptkommissar Guckemol (Wilfried Meyer) und seine Assistentin Wunderfitz (Ramona Schmidt) machten sich auf die akribische Suche nach den Tätern. Alle galten verdächtig. Die Krach & Streit, Farmers, Kläpperle Buebe, Zunftmarschall Andreas Dewaldt – ja sogar die Gündlinger gerieten in den Kreis der Übeltäter. Letztere betitelte Fräulein Wunderfitz als „Bildungsfremde Bürger mit Welschkornhintergrund“. Erst der Elsässer Gilbert (Andreas Geyler) lieferte handfeste, sachdienliche Hinweise. Dabei sahen Guckemol und Wunderfitz davon ab, Gilbert dafür zu rügen, dass er den Urnarr abfällig als „Monschdar de vieux Brisach“ und Fleckenteppich betitelte. Letztendlich kam heraus, dass der Breisacher Bauhof den Urnarr entführt hatte. Im Erpresserbrief forderten sie, dass die Fasent von nun an drei Wochen dauert, zudem zwei Kisten Bier und eine große Pfanne Brägele. Hedwig (Klaus Stadelbacher) und Fredericke (Peter Ehrhardt) haben das gesamte Jahr über am Hochstetter Dorfbrunnen gelauscht, was sich denn so alles in Breisach zugetragen hat. Sie berichteten über Pfarrer Bauer, der statt seiner Predigt die Bedienungsanleitung zur Entkalkung der Kaffeemaschine mit auf die Kanzel nahm. Zudem lachten sie über die Beleuchtung des Weihnachtsbaums auf dem Marktplatz. So brannten die Lämpchen erst mit einsetzender Dunkelheit, da diese mit den Straßenlaternen am Stromnetz hingen. Selbst vor Donald „Trumpeltier“ und dem getürkten Putsch von Präsident Erdogan machten sie nicht Halt. Doch auch die Lokalpolitik bekam ihr Fett weg. Die beiden Tratschwieber üs Gündlinge Elke Isenburg und Gudrun Melcher ließen kein gutes Haar an ihren Männern und sind stets ein Garant für zahlreiche Lacher.

Großartige Showeinlagen
Eine witzige, einfallsreiche  Darbietung brachten die Minschter Miis mit ihrem Black & White Strumpfhosentanz. Fetzig ging es weiter mit den Rhiwaldhexe. Oldschool meets Highschool – ein tänzerischer Schlagabtausch zwischen alten und jungen Rhiwaldhexen unter der Leitung von Hannah Timmann. Gleich zwei Mal trat die Klamauk-Truppe um Hanspeter Schilling auf die Bühne. Zum einen zeigten sie eine schottische Wachablösung, wie sie noch niemand gesehen hatte und zum anderen turnten sie als drei Babys über die Bühne, die mit einem überdimensionalen Ball spielten. Ihre tapsige Art begeisterte das Publikum. Akrobatische Höchstleistungen zeigten die Mädels der Förderriege des TV Breisach unter der Leitung von Heike Scholz, Charline Arayapong, Sarah Carl und Luisa Faber. Mit einer Leichtigkeit flogen sie mit Flick-Flack, Salto und Rad über die Bühne. Dafür ernteten sie großen Applaus. Annika und Eva Okic traten mit ihrer Dance Art Fitness Gruppe als Herzdamen auf. Ihr bezauberndes Kostüm und der meisterhaft einstudierte Tanz unterhielt die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute. Als knuffige Plüschmonster in pink und grün präsentierten sich die Mädels der Abteilung Tanz und Bewegung des Schwimmsportvereins. Sabrina Mastrocola und ihre Truppe sind immer wieder ein Augenschmaus. Ebenfalls ein Urgestein der Brisacher Fasent sind mit ihrem 25-jährigen Bestehen die Farmers. Sie rockten die Halle mit einem Medley ihrer bekanntesten Songs. Das Publikum war nicht mehr zu halten und sang lauthals mit.
Grande Finale und Tanz

Zum großen Finale traten alle Akteure nochmals auf die Bühne. Mit tosendem Applaus zollte das Publikum allergrößten Respekt für vier Stunden herausragende Unterhaltung. Wilfried Meyer bedankte sich bei allen, die zum Gelingen der beiden Abende beigetragen haben – egal ob auf, vor oder hinter der Bühne. Nach dem letzten Tusch der Stadtmusik übernahm die Band Cocktail das musikalische Ruder. So tanzten und feierten die Narren bis in die frühen Morgenstunden.

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