Breisach Aktuell

„Zukunftsweisende Schularchitektur“

Moderner Neubau. Foto: BA

Erweiterung der Neunlinden-Schule in Ihringen:

 

Die Neunlinden-Schule Ihringen ist eine Gemeinschaftsschule (Klassen 1 bis 5 zweizügig, Klassen 6 und 7 dreizügig) und eine Hauptschule (Klassen 8 bis 9) mit der Anschlussmöglichkeit eines 10. Schuljahres an der Werkrealschule Breisach. Zur Neunlinden-Schule gehört seit September 2014 als Außenstelle die Mambergschule Wasenweiler (Familienklassen 1 bis 4), welche sich am Montessori-Konzept orientiert.
Aktuell werden 356 Schülerinnen und Schüler an der Neunlinden-Schule und 47 Schülerinnen und Schüler an der Mambergschule Wasenweiler beschult.
Schon frühzeitig hat die Gemeinde Ihringen erkannt, dass mit den steigenden Schülerzahlen und der Schulart Gemeinschaftsschule ein Neubau erforderlich ist. Ab September 2017 werden die neuen 8.-Klässler dort ihre Lernumgebung finden.

Der Erweiterungsbau – der rund sechs Mio. Euro gekostet hat, ist nun fertig, wird von Lehrern und SchülerInnen im neuen Schuljahr benutzt. Doch was kann, was muss, was darf von dem neuen Trakt erwartet werden? Fragen von Breisach Aktuell an Rektor Matthias Auer und Konrektor Markus Bohmann.

Rektor Matthias Auer

Breisach Aktuell: Was bedeutet die Erweiterung für die Schule im Einzelnen?
Matthias Auer: Nach dem Start der GMS im Herbst 2014 stellt die Eröffnung unseres Erweiterungsbaus ein weiterer bedeutungsvoller Meilenstein in unserer Schulentwicklung dar. Zum einen erhalten wir zusätzliche erforderliche Räume für unsere steigende Zahl an Schülerinnen und Schüler und Lerngruppen, welche sich noch bis zum Sommer 2021 auf bis zu 500 steigern wird. Zum anderen ist es gelungen mit innovativen Ideen einen Schulhausneubau zu verwirklichen, welcher der Bedeutung des Raumes als 3.Pädagogen Rechnung trägt und den Anforderungen zeitgemäßen Lernens entspricht.
Markus Bohmann: Weiter ist es gelungen die neuen Räume der Gemeindebibliothek gleichzeitig als Mediathek für die Schülerinnen und Schüler der Neunlinden-Schule zukünftig zu nutzen und so eine Symbiose herzustellen. Im Frühjahr 2018 wird zusätzlich ein neues Außensportgelände zur Verfügung stehen, für dessen Bau sich der TV Ihringen als Kooperationspartner der Schule engagiert hat.
Die Erweiterung passt mit ihrer offenen Architektur zur Philosophie unsere Gemeinschaftsschule, den einzelnen Schüler, die einzelne Schülerin den nötigen Raum und die Zeit zur individuellen Entwicklung zu geben.
BA: Was verbessert sich pädagogisch gesehen für die Schule? Können neue Angebote gemacht, neue Lehr- und Lerninhalte angeboten werden?
Auer: Unser Konzept des selbstverantwortlichen Lernens findet im Erweiterungsbau seine räumliche Entsprechung. Eine offene Lernlandschaft bildet das Kernstück des neuen Schulbaus. In dieser werden die Schüler und Schülerinnen in der Individuellen Lernzeit auf unterschiedliche Art und Weise an Ihren Aufgaben und Projekten arbeiten. Mehrere Gruppenräume für zielorientierte Inputs auf jeweils verschiedenen Niveaus und Nischen für Gespräche bereichern das räumliche Angebot der Lernlandschaft. Darüber hinaus erhält die Schule Fachräume für die Bildende Kunst und die Naturwissenschaft. Statt grüner Tafeln orientieren wir uns an digitalen Lernformen und werden mit Smartboards und i-pads unsere Arbeitsweise umstellen. Schließlich ist der Neubau für den Ganztagesbetrieb eingerichtet und enthält eine neue Mensa mit 130 Plätzen.
Bohmann: Die neuen Räume bedeuten für unsere Schülerinnen und Schüler wie auch für uns Lehrerinnen und Lehrer eine positive Herausforderung und eine weitere Umstellung beim Unterrichten und Lernen. Unsere Schülerinnen und Schüler werden auf diese neuen Freiheiten in den Stufen 5 bis 7 vorbereitet. Der Mut hier neue und innovative Wege zu gehen wird sich auszahlen, das Raumkonzept Vorbild für andere Schulen in der Region werden.
BA: Welche Vorstellungen lagen der Planung des Erweiterungsbaus zugrunde: Aussehen, Nachhaltigkeit, bio-Baumaterialien?
Auer: Zunächst bestand die Aufgabe eine gelungene Anbindung an das bestehende Schulgebäude zu verwirklichen, auch wenn sich dieses äußerlich in der Fassade nun deutlich unterscheidet.
Bei der Planung standen neben den pädagogischen Anforderungen im Besonderen Fragen der Helligkeit und des Lichteinfalls, der Belüftung und Kühlung und der Geräuschminderung immer wieder im Mittelpunkt.
Bohmann: Zu Beginn der Planungsphase war uns klar, dass sich dieser Schulanbau von den bisherigen Konzepten unterscheiden wird und wir eine Schule bauen werden, die zum Lernen geradezu einlädt. Schule als Lern- und Lebensraum. Die ersten Impulse gaben uns Schulen in Dänemark, die schon länger mit offenen Konzepten große Erfolge erzielen.
BA: Was gefällt Ihnen persönlich am besten?
Auer: Das Konzept des offenen Raumes, welches in einer einzigartigen Atmosphäre und positiven Ausstrahlung erlebbar sein wird und einlädt, die Schule als Lebensraum zu erfahren und zu nutzen. Unterrichten und Lernen werden sich in vielfältigen und verschiedenen Situationen und Konstellationen in der Lernlandschaft, im Rondell, in Gruppenräumen und Nischen, in Fachräumen und in der Mediathek entwickeln. Sogar die breit angelegte Treppe dient nicht nur als Verbindung der Geschosse, sondern bietet sich ebenfalls als Lernraum für einzelne Kleingruppen an.
Bohmann: Mir gefallen vor allem die ausgewählten Farben und Materialien, sowie die Terrasse, die sich an den BK-Raum anschließt. Zudem ist es einer Konzeptionsgruppe gelungen, die großen Lernlandschaften durch geeignete Möbel zu strukturieren – das Ergebnis ist beeindruckend. Es wird spannend zu beobachten sein, wie unsere Schülerinnen und Schüler die neuen Räume annehmen und auch schätzen werden.
BA: Kann mit der Erweiterung die Neunlindenschule mehr Kinder aufnehmen?
Auer: Nein, der Erweiterungsbau der GMS wird sechs Lerngruppen der Stufen 8 bis 10 aufnehmen können.
Dies orientiert sich grundsätzlich an einer zweizügigen Ausrichtung der Schule als GMS, auf welche sich Schule und Gemeinde auch für die Zukunft festgelegt haben. Die Lerngruppen 5 bis 7 werden im Altbau untergebracht bleiben.


Und, vielleicht, ein ganz persönliches Statement?
Auer: Mich erfüllt die Fertigstellung des Erweiterungsbaus mit Stolz und großer Freude, dass es in gemeinsamer Anstrengung mit Architekten, Fachingenieuren und Gemeinde gelungen ist, eine Schule für die Zukunft zu gestalten und eine innovative Lernumgebung zu verwirklichen. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten und wünsche Schülern wie Lehrern eine schnelle Eingewöhnung in der neuen Lernumgebung.
Bohmann: Ich persönlich würde hier gerne nochmals selbst Schüler sein. Übrigens wird es für die Lehrkräfte einen Ruheraum geben, um sich während der Pausen einmal zurückziehen zu können. Ich denke, wir werden erst in ein paar Monaten oder Jahren erkennen, welche zukunftsweisende Schularchitektur wir in Ihringen gemeinsam mit dem Schulträger umsetzen konnten.

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