Markgräfler Bürgerblatt

ystral unterstützt Kampf gegen seltene Krankheit

Der Verein Waisenmedizin aus Freiburg hat ein Mittel gegen die gefährliche Leishmaniose entwickelt: Leiprotect. Dank der Unterstützung von ystral kann es nun industriell produziert werden. Foto: ystral

Ballrechten-Dottingen. Mit einer großzügigen Sachspende unterstützt der badische
Maschinen- und Anlagenbauer ystral die Waisenmedizin e.V. aus Freiburg. Der eingetragene
Verein hat ein Mittel gegen die Leishmaniose, eine vernachlässigte Tropeninfektionskrankheit,
entwickelt. Die Krankheit breitet sich immer weiter aus – auch in Europa. Dennoch gibt es auf
dem Markt kein zeitgemäßes Mittel dagegen. Die Waisenmedizin will das ändern – und kann
dabei auf die Unterstützung von ystral zählen. Die ystral-Technik hat der Produktion des
Mittels zu einem echten Quantensprung verholfen. Die Maschine hat einen Wert im hohen
fünfstelligen Eurobereich.
Hinter dem Waisenmedizin e.V. steht der emeritierte Professor Kurt-Wilhelm Stahl. Der
Wahlfreiburger hat den Kampf gegen die seltene Krankheit aufgenommen. „Jeden Winter
treten bei etwa 700.000 Menschen neue Hautwunden auf “, erklärt Stahl. Übertragen wird die
parasitäre Leishmaniose durch den Stich der Sandmücken. Unbehandelt führt sie zu
Geschwüren, offenen Wunden und entstellenden Narben, meist im Gesicht. In vielen Ländern
Nordafrikas und im Mittleren Osten, wo die Krankheit am weitesten verbreitet ist, bedeutet sie
für die infizierten Menschen eine gesellschaftliche Ächtung. Frauen mit dieser Krankheit sei es
teilweise untersagt, zu heiraten oder Kinder zu bekommen, so Stahl.
Die Waisenmedizin hat darum ein neues Mittel gegen Leishmaniose entwickelt. „Leiprotect“
heißt das Gel, das die Geschwüre verschließt und abheilen lässt und so die Haut wieder
glättet. „Unser Ziel ist es, das Gel regional zu produzieren“, sagt Stahl. Doch ein erster
Versuch war nicht zufriedenstellend. Denn die Herstellung des Gels ist kompliziert. Beim
Mischen der trockenen und flüssigen Komponenten wurde beim konventionellen Verfahren
noch viel Luft eingetragen. Diese Lufteinschlüsse würden verhindern, dass das Gel nach dem
Austrocknen die Wunde mit einem dichten Film verschließt. Also musste das Gel nachträglich
entgast werden, wodurch jedoch ein wichtiger Bestandteil des Gels verflüchtigt, was die
Wirksamkeit des Wundgels zunichte machte. Dann kam die ystral-Technik.
Mit der Technik von ystral ist es gelungen, das Gel in zuverlässiger Qualität zu produzieren.
Die PiloTec ist eine speziell für Kleinmengen von fünf bis 50 Litern konzipierte Prozessanlage,
die sich aus der Conti-TDS und einem Leitstrahlmischer zusammensetzt. Dank dieser
einzigartigen Prozesstechnik aus Ballrechten-Dottingen werden die Inhaltsstoffe des Gels ohne Lufteinschlüsse miteinander vermengt. Bei der sogenannten Vakuum-Expansions-
Methode wird ein Pulver nicht von oben in eine Flüssigkeit gegeben, sondern unter Erzeugung
eines Vakuums staub- und verlustfrei in die Flüssigkeit gesaugt. Dieses Verfahren ist weniger
zeitaufwändig und führt zu der gewünschten besseren, lufteinschlussfreien Qualität und einer
100-Prozentigen Reproduzierbarkeit. Der Entgasungsprozess wird nicht mehr benötigt, so
dass die Wirkung des Produkts erhalten bleibt. Dies funktioniert so auch bei der Herstellung
von Leiprotect. „Für uns war es der Durchbruch“, so Stahl.
Die Prozesstechnik von ystral kommt in fertigenden Unternehmen auf der ganzen Welt zum
Einsatz. Firmen aus der chemischen und pharmazeutischen Industrie setzen ebenso auf die
einzigartige Technik aus Südbaden, wie Hersteller von Lebensmitteln, Kosmetika oder
Pflegeprodukten.
Stahl hofft nun, dass die ystral-Technik auch für seinen Verein den nächsten Schritt
ermöglicht. Der kleine Verein mit Sitz in Freiburg hat sich sein Leiprotect-Gel patentieren
lassen und eine vorübergehende Sonderzulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel
und Medizinprodukte erhalten. Damit es dorthin gelangt, wo es so dringend benötigt wird,
braucht es aber weitere Unterstützer, etwa zur weiteren Zertifizierung und zum Vertrieb.

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