Markgräfler Bürgerblatt

Woher kommt eigentlich Halloween?

Kein Halloween ohne ausgehöhlten Kürbis – Relikt einer alten irischen Sitte. Foto: gk

Ein unterhaltsamer Mischmasch

„Trick or treat“ heißt es an Halloween in Amerika, zu Deutsch, ungefähr: „Süßes oder Saures“. Kinder, gruselig verkleidet, ziehen durch die Nacht, um am Vorabend des 1. November von den „Überfallenen“ möglichst viele Süßigkeiten abzustauben. Geizige, die nichts spendieren, sollten vorsichtig sein: denn gibt’s nichts Süßes, gibt es Saures….
Schuld hat, ein bisschen, die Kirche. Ungefähr im 9. Jahrhundert wurde der 1. November zu Allerheiligen: hier wurde nicht nur der christlichen Märtyrer und Heiligen gedacht, sondern auch der Verstorbenen. Damit nahm man den keltischen Brauch von „Samhain“ auf: der Sonnengott wurde für den Winter verabschiedet, die Toten konnten für eine Nacht in ihre Häuser zurückkehren, nur jene, die den Weg nicht (mehr) fanden, irrten umher und trieben Unfug mit den Lebenden. Halloween nimmt diesen Glauben auf: an „All Hallows Evening“, also am Abend vor Allerheiligen, spielen die Toten ihre große Rolle. Aus „All hallows evening“ wurde „Halloween“ und der Brauch, ursprünglich besonders stark in Irland  beheimatet, breitete sich über die USA – dorthin emigrierten viele Iren – wieder zurück nach Europa aus: Seit den 1990er Jahren fanden die Bräuche des Halloween in seiner US-amerikanischen Ausprägung von Frankreich und dem süddeutschen Sprachraum aus weite Anhängerschaft. Insbesondere der Ausfall der Fasnet wegen des Golfkriegs 1991 förderte Halloween und ist seitdem Anlass für ausgelassene Feste und Feiern.
Die zunehmende Beliebtheit führte nicht nur in Deutschland zu einer Kommerzialisierung – Halloween-Kochbücher, Dekorationen oder Süßigkeiten werden angeboten, Kostüme sind sehr beliebt. Kinder wie Erwachsene verkleiden sich als Feen, Fledermäuse, Geister, Hexen, Kürbisse, Skelette, Zombies, Tote, Vampire und Ähnliches. In den USA ist es Sitte, dass verkleidete Kinder von Haus zu Haus gehen und mit „Süßes, sonst gibt’s Saures“ (englisch: trick or treat – „Streich oder Leckerbissen“) die Bewohner auffordern, ihnen Süßigkeiten zu geben, weil sie ihnen sonst Streiche spielen.
Kein Halloween ohne Kürbis. Der Brauch stammt aus Irland. Dort lebte der Schurke Jack Oldfield. Dieser fing den Teufel und wollte ihn nur freilassen, wenn er Jack O nicht mehr in die Quere käme. Nach Jacks Tod kam der aufgrund seiner Taten nicht in den Himmel, aber auch nicht in die Hölle, da er ja den Teufel betrogen hatte. Doch der erbarmte sich und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, damit Jack durch das Dunkel wandern könne. Ursprünglich eine beleuchtete Rübe, höhlte man –  da in den USA Kürbisse in großen Mengen zur Verfügung standen – stattdessen einen Kürbis aus. Um böse Geister abzuschrecken, schnitt man Fratzen in Kürbisse, die vor dem Haus den Hof beleuchteten.
So vereinigt Halloween Keltisches und Christliches, Europäisches und Amerikanisches, Altes und Neues.

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