Breisach Aktuell

„Wir lassen uns nicht unterkriegen!“

Vor die Begeisterung über ein tolles Konzert wie hier am ZMF haben die Veranstalter angesichts des weltweiten Terrors vielfältige, aufwändige und zeitraubende Sicherheitsmaßnahmen stellen müssen. Foto: Klaus Polkowski

Sicherheit bei Open Airs:

Freiburg. München, Dienstag, 13. Juni. Um 18 Uhr öffnen die Tore des Olympiastadions für ein Konzert der Hardrocker Guns n‘ Roses. Feierabendverkehr, Busse speien Fans aus, ebenso Taxis, U-Bahnen, Pkws. Zwei Tore sind geöffnet, Schlangen bilden sich – Rucksäcke oder Beutel sind verboten, Taschen dürfen nicht größer als Brieftaschen sein. Man wird abgetastet, muss den Inhalt von Hosen- oder Westentaschen auf Tischen auslegen, das Futter nach außen drehen.

20.12 Uhr: drei Minuten zu früh beginnen Guns n’ Roses ihre Show. Pfiffe, denn längst nicht alle sind auf ihren Plätzen. Unruhe, Unmut begleiten die Band die erste Viertelstunde. Das Konzert ist ein Erfolg, alles klappt und hinterher heißt es, dass das Sicherheitskonzept sehr gut geklappt habe. Ein Sprecher der Band sagt nur lakonisch: „Ich möchte im Augenblick nicht Konzertveranstalter sein!“

„Nein, einfach ist es im Augenblick nicht“, bestätigen auch Marc Oßwald, Organisator des ZMF, Dr. Bernd Dallmann, FWTM-Chef und Rolf Rubsamen, Initiator des „Open Air im Park“ in Bad Krozingen. Denn, so sind sich alle einig, absolute Sicherheit gibt es nicht. Anschläge auf den Weihnachtsmarkt in Berlin, auf Konzerte in Manchester und Paris, per Lkw in London – das hat für Sorge und Verwirrung gesorgt. Kaum einer der Verantwortlichen will sagen, welche Maßnahmen denn konkret getroffen wurden und, vor allem, was die kosten. Einig sind sich alle, dass Festivalbesucher Geduld mitbringen müssen, weil Zugangskontrollen eben dauern und man doch tunlichst auf Taschen, Beutel, Rucksäcke verzichten solle.

Das Flair der Events verändert sich – Zäune um das traditionell weltoffen-tolerante ZMF, Steine auf den Zufahrten zum Kurpark in Bad Krozingen, automatische Poller bei den Marktplatz-Zufahrten in Lörrach: die unbeschwerte Stimmung, die südbadische Sommerevents immer auszeichnete, ist etwas angekratzt. Auswirkungen spürt man – noch? – nicht. „Warum auch? Sollen wir uns jetzt alle vor Angst in den Keller hocken und auf Leben verzichten?“, fragt mit leisem Sarkasmus Marc Oßwald. Und Rolf Rubsamen ergänzt: „Gerade jetzt wollen viele auch zeigen, dass man sich von ein paar Idioten sein Leben nicht bestimmen, nicht kaputtmachen lassen will!“

Die Show geht weiter, was an Sicherheit realistisch möglich ist, haben die Verantwortlichen eingeplant. Und so ist jeder Besuch eines Weinfests, Konzerts, Open Air Theaters auch ein Statement: „Wir lassen uns nicht unterkriegen!“ Und: gute Events gibt es in Südbaden zuhauf – siehe Seite xxx. (paw)

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