Markgräfler Bürgerblatt

Weinlese in Baden 2015 – Winzer rechnen mit weniger Ertrag

Früher Start der Lese, weniger Ertrag, aber wohl ein erstklassiger Jahrgang: der badische Wein 2015. Foto: Schaffhauserland Tourismus

Freiburg. Die anhaltende Hitze hat Folgen für die Weinlese. Wegen der Trockenheit rechnen die Winzer mit sinkenden Erträgen.  Die Ertragserwartungen für den Jahrgang 2015 liegen um 15 bis 20 Prozent niedriger als im Vorjahr. Aber: Das Lesegut ist hervorragend!
In Baden gibt es 22.000 bis 25.000 Winzer, im schwäbischen Landesteil sind es annähernd 20.000. Die meisten von ihnen sind genossenschaftlich organisierte Neben- und Zuerwerbswinzer. Der Weinbau im Südwesten ist auch Teil der historisch gewachsenen Kulturlandschaft Baden-Württembergs.
Die Ertragsmenge in Baden sinke 2015 von 92 Hektolitern pro Hektar auf schätzungsweise 80 Hektoliter in diesem Jahr, sagte der Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbands, Peter Wohlfarth. Damit liege man voraussichtlich unter dem langjährigen Mittelwert von 84 Hektolitern (8.400 Litern). Die stärk-sten Mengeneinbußen werden in diesem Jahr im Anbaubereich Markgräflerland erwartet. Grund sei der extrem trockene Sommer, der auch einen früheren Start der Weinlese bewirkte. Ab der zweiten Septemberwoche, rund zehn Tage früher als im Vorjahr, werde geherbstet. Über die Qualität des Weins lasse sich aber noch nichts Endgültiges sagen.
Laut Wohlfarth liegen die Beerengrößen und somit die Traubengewichte deutlich unter dem Durchschnitt. Die Säuregehalte der Beeren seien jedoch höher als bei jenen, die dem heißen Sommer 2003 ausgesetzt waren, so Verbandspräsident Kilian Schneider bei der Herbstpressekonferenz des Badischen Weinbauverbands in Freiburg. Der Traubengesundheitszustand kann als hervorragend bezeichnet werden.
Alle Rebsorten sind in diesem Jahr gleichzeitig reif. Zur Vermeidung alkoholreicher Weine werde nicht mehr so auf die Oechslegrade geschaut wie in früheren Jahren.
Positiv zu bewerten ist im Zusammenhang mit der diesjährigen Hitze und Trockenheit der geringe Schädlings- und Krankheitsbefall. Der Weinbau wurde kaum von der Kirschessigfliege heimgesucht, da diese vorwiegend bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius aktiv ist und sich zudem bei mehr als 30 Grad Celsius nicht vermehrt. (MBB)

 

 

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