Markgräfler Bürgerblatt

Weihnachtsmord Neuenburg: Ein Urteil und ein Freispruch

Lebenslänglich für den „Weihnachtsmord“. Foto: Salzer-Deckert

Freiburg. Das Landgericht Freiburg hat kürzlich einen 24 Jahre alten Mann aus dem Markgräflerland wegen des Mordes an einem 21 Jahre alten Familienvater, begangen am 29. Dezember 2014 in Neuenburg, zu lebenslanger Haft verurteilt.  Ein 22 Jahre alter Mitangeklagter wurde freigesprochen, da ihm eine direkte Beteiligung an der Tat nicht nachweisbar war. Der Prozess um den brutalen „Weihnachtsmord“ von Neuenburg dauerte über ein Jahr und nahm rund drei Dutzend Verhandlungstage in Anspruch.

 
In dem Verfahren hatten sich die beiden Angeklagten gegenseitig beschuldigt, wobei die Faktenlage am Ende zulasten des Verurteilten schwerer wog: Der Mann hatte sich, so die Richter, zunächst im Internet über Themen wie Mord und die Vermeidung von Spuren informiert und dann in der Tatnacht versucht, das Opfer hinterrücks zu erschießen. Als ihm dies nicht gelang, erschlug der heute 24-jährige sein Opfer unter anderem mit mehreren Holzlatten. Die brutale Tat auf einem Feld am Stadtrand Neuenburgs zog sich möglicherweise bis zu einer Stunde hin. Danach wurde als falsche Fährte ein tschechisches Wörterbuch am Tatort deponiert, um die Ermittlungen der Polizei auf eine falsche Spur zu lotsen. Die blutverschmierten Kleider aus der Tatnacht versteckte der 24-jährige in einer Plastiktüte. Auch die Pistole versteckte der Mann, der im Prozess behauptete, der zweite Angeklagte sei der Haupttäter gewesen. Er selbst habe den 21-jährigen am Ende lediglich erschlagen, um ihm weitere Qualen zu ersparen. Eine Behauptung, der das Gericht angesichts der erwiesenen Tatpläne des Verurteilten jedoch keinen Glauben schenkte.
Der zweite Angeklagte war bei dem Mord anwesend: Er hatte im Prozess ausgesagt, er habe die Tat wie unter Schock mit erlebt und sei deshalb und auch aus Angst vor dem 24-jährigen unfähig gewesen, dem Ermordeten zu helfen. Objektive Spuren für eine Tatbeteiligung wurden bei dem Mann nicht festgestellt.

 
Die Staatsanwaltschaft war dagegen von einem gemeinsamen Mord ausgegangen. Das Motiv für die Bluttat blieb bis zuletzt unklar: Die von der Staatsanwaltschaft angeführte These, der jüngere der beiden Angeklagten habe durch den Mord versucht, „als richtiger Gangster“ in der Hip Hop Szene berühmt zu werden, teilten die Richter nicht. (MBB)

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