Markgräfler Bürgerblatt

Weihnachtsgerüche machen froh: Weihnachtsgebäck, Tannengrün & Co. machen froh

Weihnachtsduft beschwört Erinnerungen an die Kindheit herauf. Foto: kkh

Freiburg. Ob der Duft von Bratäpfeln, Plätzchen, Tannengrün und Wachskerzen oder von Maronen und gebrannten Mandeln auf Weihnachtsmärkten: „In der Advents- und Weihnachtszeit kommt unsere Nase voll auf ihre Kosten“, sagt Harald Ruh von der KKH Kaufmännische Krankenkasse, Freiburg, „vorausgesetzt wir atmen hin und wieder tief und bewusst durch.“
Die Nase ist mit bis zu 30 Mio. Riechsinneszellen ausgestattet, die Rezeptoren für rund 400 verschiedene Duftstoffe besitzen. Diese Sinneszellen sind die einzigen menschlichen Nervenzellen, die sich ständig erneuern. Gerüche wecken Gefühle oder Erinnerungen. „Steigt zum Beispiel der Duft von Lebkuchen in die Nase, erinnern wir uns an Kindertage, als wir mit Eltern und Geschwistern ein Knusperhaus gebastelt haben“, beschreibt Ruh. Das Gehirn speichert Gerüche zusammen mit Gefühlen und Erinnerungen ab. Das liegt daran, dass der Geruchsinn mit dem limbischen System im Gehirn verbunden ist, wo Emotionen verarbeitet und Triebe gelenkt werden.
Der Geruchsinn ist der unmittelbarste menschliche Sinn: Düfte wirken direkt, während visuelle, akustische und haptische Signale erst in der Großhirnrinde verarbeitet werden müssen. Außer Erinnerungen und Gefühle auszulösen, bewirken Gerüche viel mehr. Sie regen den Fluss von Botenstoffen im Gehirn an, die Glücksgefühle auslösen, bestimmen unsere Ersteindrücke von Menschen oder Situationen und beeinflussen somit die Wahl des Partners und des sozialen Umfelds, lösen Ängste aus und geben so entscheidende Warnsignale zum Beispiel vor verdorbenem Essen, Gas oder auch Feuer und können beruhigen und entspannen.
Mit zunehmendem Alter lässt der Geruchsinn nach. Durch eine Virusinfektion, Allergie, eine Schädelverletzung oder auch Alzheimer kann der Geruchsinn ganz oder teilweise verloren gehen. Auch Rauchen beeinflusst die Fähigkeit zu riechen. Bei den meisten Menschen ist der Geruchsinn nicht sehr ausgeprägt, da er nicht trainiert wird. Dabei fördert eine feine Nase laut Experten auch eine gesunde Ernährung: wer differenziert riechen kann, ernährt sich meist ausgewogener, lehnt zum Beispiel Fast-Food eher ab. (kkh)

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