Markgräfler Bürgerblatt

Wann gibt es im Ldkr. Breisgau-Hochschwarzwald schnelles Internet?

„Die Situation im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, was schnelles Internet angeht, ist nicht gut“. Zu diesem Fazit kommt Sebastian Wiekenberg, Referent für Innovation und Technologie bei der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein (IHK). Bescheidene 50 Megabit pro Sekunde leisten nur 48 Prozent der Anschlüsse im Landkreis, vielfach ist das übers Telefonkabel verbreitete schwächere Vectoring-Verfahren die Grundlage und nicht etwa, wie von der IHK gefordert, der Anschluss über das leistungsstärkere Glasfaser-Kabel. Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat bislang im Kammerbezirk die schlechteste Bilanz.

Dabei benötigen die Unternehmen längst höhere Durchgangsgeschwindigkeiten. Ein Gigabit sollte es sein, meint Wiekenberg, und möglichst flächendeckend für den ganzen Landkreis. „Seit 2013 ist es kaum besser geworden“, klagt IHK-Präsident Steffen Auer. Weite Teile im Landkreis müssen noch mit bescheidenen sechs Megabit pro Sekunde auskommen – ein Unding für die Unternehmen mit immer wachsenden Ansprüchen im Zeichen der Digitalisierung, aber auch für die privaten Haushalte, die übers Netz beispielsweise Filme anschauen möchten oder wenn Kreisbewohner von zu Hause aus für ihre Firma im Netz arbeiten wollen.

Verteilerkasten Breitband Breisach

Verteilerkasten für Internetanschlüsse in der Grüngärtenstraße in Breisach. Foto: Homann

Immerhin hat der Landkreis jetzt einen „Zweckverband Breitband Breisgau-Hochschwarzwald“ gegründet. 40 von 50 Gemeinden gehören ihm an. Der Zweckverband will bis zu 200 Mio. Euro in eine Glasfaser-Ringleitung investieren, kündigte Landrätin Dorothea Störr-Ritter an, und 40.000 bis 50 000 Haushalte und Unternehmen anschließen: Die Ringleitung (back bone Netz) ist an bundesweite Netze angeschlossen; von der Ringleitung können dann die einzelnen Gemeinden ihre Versorgungsstränge abzweigen. Erste Verlegungsarbeiten haben bereits stattgefunden. Dazu gibt es hohe Fördermittel von Bund und Land. Steht das Netz, soll es zum Höchstgebot an Betreiber verpachtet werden, um die Investition zu refinanzieren.

Eine Glasfaser-Ortsnetzplanung existiert inzwischen für 35 Städte und Gemeinden des Kreises, und es wird daran gearbeitet, möglichst bald mit der Realisierung erster Ortsnetze zu beginnen. Ortsnetze erreichen die Grundstücksgrenzen der privaten Häuser und Unternehmen. Der Anschluss bis in die Gebäude ist dann Sache der Eigentümer. So ein Anschluss, schätzt Sebastian Wiekenberg, kostet den privaten Abnehmer „zwischen 1.000 und 2.500 Euro.“ Existiert ein Anschluss, fallen noch Nutzungsgebühren an, je nach Datenleistung, die der Abnehmer bestellt. Das können laut Wiekenberg „40 bis 100 Euro im Monat sein“. Je mehr Anschlüsse es allgemein gibt, „desto billiger wird es“.

Im südlichen Landkreis um Bad Krozingen herum gibt es einen eigenen Glasfaserzweckverband. Die zahlreichen Krozinger Neubaugebiete beispielsweise sind bereits bestens ausgestattet. Sebastian Wiekenberg:„Da ist man anderen schon einen Schritt voraus“. Und IHK-Präsident Steffen Auer beschreibt seine Forderung nach Digitalisierung der Infrastruktur so: „Breitband ist inzwischen so wie die Versorgung mit Elektrizität und Wasser“ (uh)

Sebastian Wiekenberg

Bei der IHK für Innovation und Technologie zuständig: Sebastian Wiekenberg. Foto: IHK

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