Markgräfler Bürgerblatt

Walter Preker ist tot

Freiburg. Es ist kaum ein Jahr her, als Walter Preker, oberster Öffentlichkeitsarbeiter im Freiburger Rathaus, in den Ruhestand ging. Er, der den Stil der Pressearbeit des Rathauses wie kein anderer geprägt hat, war unter OB Rolf Böhme ins Amt gekommen und – nach einem kurzen Ausflug zu Badenova – in der gleichen Position dann auch für Böhmes Nachfolger für Dieter Salomon tätig gewesen. Aber, so hatte es damals überall geheißen, „einen besseren Mann für diesen Posten kann man nicht bekommen!“

Preker, der sein Handwerk als Lokalredakteur im westfälischen Soest und Pressesprecher der Lüneburger Stadtverwaltung von der Pike auf gelernt hatte, übernahm 1985 die Leitung des Freiburger Presseamts. Sein Job: Rathauspolitik verkaufen. Das tat er 31 Jahre lang, stets loyal gegenüber seinen Chefs, aber auch gegenüber der Aufgabe. Stets behielt er Distanz gegenüber den Akteuren und Themen, manchmal, aber nur manchmal, leuchtete hinter einem trocken vorgebrachten Bonmot seine eigene Meinung hervor.

„Mein Ding ist es, etwas zu vermitteln und zwar in einer Sprache, die alle verstehen. Und dafür ist es gut, wenn man Journalist ist, denn da hat man das gelernt“, sagte er anlässlich seines Abschieds. „Ich bin nicht wichtig, ich will nicht und ich gehöre nicht in die Öffentlichkeit, mein Job ist es, Öffentlichkeit zu schaffen.“ Daran hat er sich eisern gehalten. Und wer mit ihm zu tun hatte, wusste, da sitzt jemand, der soweit wie möglich Klartext redet, für den Transparenz kein Modewort ist. Saubere Kommunikation, Faktenkenntnis war seins – und er erwartete sie auch von seinem Gegenüber. Mit Erfolg, er sei, so sagte er bei seinem Abschied, „in 31 Jahren nie von einem Freiburger Journalisten gelinkt“ worden. Und dass dies viel über Vertrauen und kollegialen Umgang aussage, „und zwar von beiden Seiten“.

Im Ruhestand wollte er reisen. Nun hat er am 9. April seine letzte Reise angetreten: Walter Preker starb mit 65 Jahren an einer Krebskrankheit. Freiburg schuldet ihm Dank, wir werden ihn vermissen. (spk)

 

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