Breisach Aktuell

Wallfahrt Teil III. – Chagall-Fenster in St. Stephan und Dom zu Mainz

Teil III.: Wallfahrt zu den Heiligen Drei Königen von Breisach nach Köln

 

Am Nachmittag des zweiten Tages führte es die Pilgergruppe zuerst in die St. Stephanskirche in Mainz. Monsignore Klaus Mayer ließ es sich nicht nehmen, die Führung bzw. die Meditation selbst durchzuführen. Nach Abschluss der Wiederherstellung der im Krieg schwer zerstörten Kirche wandte Mayer sich im Frühjahr 1973 an den jüdisch-russischen Künstler Marc Chagall (1887-1985), den Meister der Farbe und der biblischen Botschaft, mit der Bitte, im Ostchor der St. Stephanskirche mit von ihm gestalteten Kirchenfenstern ein Zeichen zu setzen. Der Kontaktaufnahme folgten Briefe und später Begegnungen. Der Künstler begann im Dezember 1976 mit dem Entwurf für ein Mittelfenster. Am 23. September 1978 wurde das erste Chagall-Fenster mit der „Vision vom Gott der Väter“ der Kirchengemeinde übergeben. Es folgten noch Entwürfe für die beiden flankierenden Mittelfenster mit der „Vision der Heilsgeschichte“, die seitlichen Fenster des Ostchores mit dem Thema „Lob der Schöpfung“ und die Entwürfe für die drei großen, dreibahnigen Fenster im Querhaus. Er wollte eine „Vorhalle“, „Vorbereitung“ auf die biblische Botschaft in den Fenstern des Ostchores schaffen.
Teil III 2

Am 11. Mai 1985 durfte die Kirchengemeinde die letzten Fenster Marc Chagalls in Empfang nehmen; kurz nach seinem Tod am 28. März 1985. Die Glasfläche aller neun von Marc Chagall geschaffenen Fenster im Ostchor und im Querhaus beträgt insgesamt 177,6 qm. Mit diesen in 22 Jahren dem Gotteshaus eingefügten Kirchenfenstern ist eine so nur selten gelungene Homogenität und Harmonie erreicht. Gemeinsam ist allen Fenstern der blaue, das Geheimnis des unsichtbaren Gottes andeutenden, Grundton. Sind die neun Fenster im Ostchor und Querhaus mit 177,6 qm das größte und letzte Glaskunstwerk von Marc Chagall an einem Ort in der Welt, so ist nach 19 Anschlussfenstern von Charles Marq (213,15 qm) das Fensterensemble insgesamt mit 390,75 qm das größte, das von dem Atelier Jacques Simon, Reims, für eine Kirche geschaffen wurde. Die Wallfahrer durften einen hochbetagten alten Mann erleben, der aber im Geist jung und frisch geblieben ist. Seine mitreißende und packende Erzählweise wird sicher allen in Erinnerung bleiben. Im Anschluss gab es für die Gruppe das Abendlob im Mainzer Dom vom Domkapitular Prälat Jürgen Nabbefeld. Nach der anschließenden Domführung machten sich die Pilger in Richtung Mainzer Hafen auf den Weg. Hier trafen sie erneut die Ruderwallfahrer, die nach einer sehr anstrengenden Tagesetappe ihr Nachtdomizil im Hafen bezogen haben. Die Freude über das erneut gemeinsam erreichte Zwischenziel war groß und das Wiedersehen sehr herzlich. Dr. Grom übergab im Namen von Prälat Jürgen Nabbefeld an die Ruderer das Präsentbüchlein „…da erschien ein Engel des Herrn“ welches alle Wallfahrer bekommen haben. Sein Gruß endete mit den Worten: „Ich wünsche ihnen die Gewissheit, dass Gott sie begleitet auf allen Wegen ihres Lebens und dass wir immer in seiner Liebe geborgen sind.“ Fortsetzung folgt.

Quelle: st-stephan-mainz.de

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