Markgräfler Bürgerblatt

Wald stärkt Immunkraft

Es wird wohl kaum jemand bestreiten, dass ein Waldspaziergang eine herrlich entspannende Unternehmung für alle Sinne ist und als wesentlich wohltuender empfunden wird als beispielsweise eine Wanderung entlang einer stark befahrenen Straße. Aber sind das alles nur subjektive Empfindungen oder gibt es vielleicht Studien zu diesem Thema? Wirkt sich die natürliche Umgebung im Wald nicht nur positiv auf unsere Psyche, sondern sogar auf unser Immunsystem aus?

Entschleunigung mit allen Sinnen

Der japanische Mediziner Qing Li ist der Erfinder des sogenannten „Shinrin Yoku“, was auf Deutsch so viel wie „Ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“ bedeutet. Hierbei versucht man während des Spazierganges alle Sinne zu öffnen – man soll spüren und wahrnehmen, ohne allerdings dabei eine Liste mit Punkten abzuarbeiten. Es ist zum Beispiel wichtig, sich Zeit zu lassen und Pausen einzulegen, wenn man den Wunsch danach verspürt.

Tipp: Einfach einmal an einem duftenden Tannenzweig schnuppern oder über die raue Borke der Bäume streicheln.

Natürliche Killerzellen steigen

Für viele Japaner zählt das Waldbaden inzwischen bereits zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge, denn dass dabei der Blutdruck gesenkt und die Ausschüttung von Stresshormonen reduziert wird, ist heute nicht mehr umstritten. Die Ergebnisse dieser Experimente zeigten stets, dass bereits nach nur einem Tag, den die Teilnehmer im Wald verbracht hatten, die Anzahl der Natürlichen Killerzellen oftmals um 30 % gestiegen waren. Am 2. Tag erhöhte sich dieser Wert sogar auf 50 %.

Tipp: Besuchen Sie die grüne Umgebung, weil sie sich positiv auf das menschliche Immunsystem auswirkt

Wald als Aromatherapie

Dr. Qing Li und sein Team sind der Meinung, dass das „Im Wald sein“ auf zwei verschiedene Arten Einfluss nimmt. Erstens findet eine Art Aromatherapie statt, bei welcher die sekundären Pflanzenstoffe, die in der Luft enthalten sind, eingeatmet werden und so die Aktivierung der NK ankurbeln.

Tipp: Die Umgebung bewirkt zusätzlich eine Entspannung der Psyche mit positivem Effekt auf unser Immunsystem

Mehr Optimismus – weniger Stress

An vielen Orten der Welt beschäftigen sich inzwischen Wissenschaftler mit der Heilkraft des Waldes. So bestätigt unter anderem auch eine Studie des Max-Planck-Institutes, dass Menschen, die in Waldnähe wohnen, eine gesündere Amygdala-Struktur aufweisen als andere. Dieser kleine Teil des Gehirns steuert unter anderem Angstgefühle und spielt bei der Verarbeitung von Stress eine wichtige Rolle.

Tipp! Das Waldbaden kann jeder einfach einmal ausprobieren, denn bei dieser Therapie besteht garantiert keine Gefahr von negativen Nebenwirkungen.

 

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