Markgräfler Bürgerblatt

Vierbannstein im Hartheimer Wald

Symbol einer wechselvollen Geschichte

Eine europäische Flagge und zwei Bänder in den Farben der deutschen und französischen Flagge zierten den Vierbannstein im Hartheimer Wald, der vor nicht ganz einem Jahr wieder auf seinem angestammten Platz aufgestellt wurde. Enthüllen durfte den Stein Otmar Faller, der die wechselvolle Geschichte des Grenzsteins, der laut eingemeißelter Jahreszahl 1820 den Punkt markiert, an dem die Gemarkunsgrenzen auf deutscher Seite von Hartheim und Bremgarten und auf französischer Seite von Balgau und Nambsheim zusammen kamen, wie Hartheims Bürgermeisterin Kathrin Schönberger berichtete.

Restauriert hat den Stein die Hartheimer Werkstatt für Kunst und Handwerk, die Gemeinde steuerte 800 Euro bei. Auf dem Kopf des Steins sind nach Himmelsrichtungen ausgerichtet die entsprechenden Anfangsbuchstaben der vier Gemeinden zu lesen. Auf der Ostseite des Steins ist das badische Wappen, auf der Westseite des Steins sind die Buchstaben EL für Elsass-Lothringen eingemeißelt.

Bei der Enthüllung anwesend waren interessierte Bürger von diesseits und jenseits des Rheins, Ortschafts- und Gemeinderäte , Bremgartens Ortsvorsteher Daniel Kopfund die beiden Maires Pierre Engasser aus Balgau und Jean-Paul Schmitt aus Nambsheim. Auf einer Informationstafel mit Fotos und einem Text in deutscher und französischer Sprache wird nicht nur die Geschichte des Vierbannsteins, sondern auch die der Grenzsituation zu den französischen Nachbarn beschrieben. Trotz kriegerischer Auseinandersetzungen gab und gibt es zahlreiche Kontakte über den Rhein. „Viele unserer Familien sind verwandt, man heiratete hin und her“, so beschrieb es Faller.

Für Heiterkeit sorgte Fallers Zusammenfassung der Geschehnisse um den Diebstahl des Vierbannsteins. 1971 nämlich war der Stein plötzlich fort. Mit weiteren Grenzsteinen wurde er im Vorgarten der Freiburger Finanzdirektion gesichtet. „Dort gab es einen hohen Finanzbeamten, der Grenzsteine sammelte und dem ein eifriger Zollbeamter, der sich dummerweise vor Ort am Hardthof Meißel und Hammer geliehen hatte und den man deshalb in Hartheim schnell als Schuldigen ermittelte, einen Gefallen tun wollte“, so Faller. Die Oberfinanzdirektion nannte den Diebstahl des Steins ein „bedauerliches Versehen“ und regte im Nachhinein eine Schenkung des Steins an die Behörde an. Dazu hieß es aber „Nein“ von den Hartheimern und die Oberfinanzdirektion musste den Vierbannstein zurückgeben. Bis zum letzten Jahr stand er dann auf dem Hartheimer Schulgelände. Als der Stein zu dann seinem angestammten Platz zurückgebracht wurde, „haben wir mit Bauhofleiter Heiko Ade prompt dort den abgespitzten Sockel im Untergrund vorgefunden, von dem er abgeschlagen wurde“, schmunzelte Faller. (hz)

 

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