Breisach Aktuell

Viele unbesetzte Ausbildungsstellen

„Deutschlands einzige natürliche Ressource liegt zwischen den Ohren seiner Bürger!“, brachte einmal ex-FDP-Chef Guido Westerwelle die Notwendigkeit einer guten Ausbildung auf den Punkt. Foto: HWK Freiburg

Bilanz Ausbildungsmarkt 2014/15

„Obwohl wir in Zusammenarbeit mit den Schulen mehr Jugendliche für eine Duale Ausbildung interessieren konnten, stieg die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen zum Ende des Berufsberatungsjahres auf Rekordhöhe.

In immer mehr Berufen wird der Fachkräftenachwuchs knapp“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg, Christian Ramm, in Freiburg, wo er gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein, der Handwerkskammer Freiburg und der Agentur für Arbeit Offenburg Bilanz zog zum Ausbildungsmarkt 2014/15.

Die Unternehmen meldeten insgesamt 3.757 Ausbildungsstellen. Das sind 5.6 Prozent weniger als 2014. „Insgesamt ist die Ausbildungsbereitschaft groß. Allerdings haben einige Betriebe wenig Hoffnung, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen und melden sie erst gar nicht. Dazu rate ich aber dringend“, sagt Ramm.

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels orientiert sich die Ausbildungsmarktpolitik immer mehr in Richtung Bewerberpotenziale. So hat die Agentur für Arbeit Freiburg in allen Schultypen über die Duale Ausbildung informiert. Ergebnis: die Zahl der Bewerber für eine Berufsausbildungsstelle ist gestiegen. Ein anderer Teil der Jugendlichen benötigt Unterstützung, um am Ausbildungsmarkt erfolgreich zu sein.

Insgesamt 4.278 Jugendliche suchten über die Agentur für Arbeit Freiburg einen Ausbildungsplatz. Von den 3.578 Mädchen und Jungen, deren Verbleib bekannt ist, nahmen 62 Prozent eine duale Ausbildung auf, knapp sieben Prozent eine Arbeit, knapp fünf Prozent einen freiwilligen sozialen Dienst und ebenfalls knapp drei Prozent wollen ihre Chancen mit einer berufsvorbereitenden Fördermaßnahme verbessern.

Vor allem dem ländlichen Raum droht ein Mangel an Fachkräftenachwuchs, da dort der Anteil der Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung zurückgeht und sich viele Bewerber nach Freiburg und nähere Umgebung orientieren. Gleichzeitig fällt es jungen Menschen aus der Stadt schwer, bei der Ausbildungssuche auch das Umland einzubeziehen.

Für Unternehmen werde es immer wichtiger, sich neuen Personengruppen zu öffnen: Leistungsschwächere; ungelernte junge Erwachsene, ausbildungsinteressierte Jugendliche aus Ländern der EU mit hoher Jugendarbeitslosigkeit, Jugendliche aus dem Elsass, die sich für eine Berufsausbildung in Deutschland interessieren und natürlich auch Flüchtlinge. Siehe auch unsere Sonderseiten.

 

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