Breisach Aktuell

Viele Besucher bei Retentions-Diskussion

Die Gäste hatten viele Fragen

Ein „Fitmachen der Natur“ soll sie stärken und nicht verdrängen

Die Bürgerinitiative für eine verträgliche Retention Breisach-Burkheim (BI), befürwortet die ökologische Schlutenlösung Plus, lehnt die ökologischen Flutungen strikt ab.
Vergangenen Montag lud sie zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in die Breisacher Stadthalle ein. 2016 soll das Planfeststellungsverfahren beginnen. Vorab wollte die BI mit den Vertretern der im Landtag vertretenen Parteien diskutieren. Gerne folgten Dr. Patrick Rapp (CDU), Dr. Birte Könnecke (SPD), Vincenz A. Wissler (FDP) und Bärbl Mielich (Grüne) der Einladung. Limnologe Dr. Klaus Rudolph und Forstwissenschaftler Dr. Helmut Volk unterstützten die BI mit ihrem fundierten Fachwissen. Auch die Bürgermeister Oliver Rein, Breisach, und Benjamin Bohn, Vogtsburg, standen für die Interessen ihrer Gemeinden ein. Durch die Diskussion führte Gerold Zink. Dr. Klaus Rudolph und Dr. Helmut Volk verdeutlichten von Seiten der Wissenschaft, wie wichtig die von der BI geforderte Schlutenlösung Plus für Flora und Fauna ist. Sie warnten vor der Verschlammung der zu schützenden Gießen und Quelltöpfe. Als Beispiel nannten sie die 2 Millionen Investition der Europäischen Union, um Taubergießen vom Schlamm zu befreien. Die jährliche Belastung ist durch die Schlutenlösung Plus gegenüber den ökologischen Flutungen deutlich geringer. Lothar Neumann, Vorsitzender der BI, verdeutlichte erneut, dass die vom Regierungspräsidium bevorzugten ökologischen Flutungen lediglich als Ausgleichsmaßnahme für die errichteten Polder dienen sollten. Doch da diese Flutungen ebenfalls ein Eingriff in die Natur bedeuten, müssten hierfür eigentlich ebenfalls Ausgleichsmaßnahmen geschaffen werden. Auch stellte er die Renaturierung und das Gewöhnen von Flora und Fauna an das Wasser in Frage. Die Politiker Rapp, Könnecke und Wissler stellten sich klar auf die Seite der BI. Für sie liegt deutlich auf der Hand, dass man mit den ökologischen Flutungen der Natur mehr schade, als gut zu tun. Das vom Regierungspräsidium bezeichnete „Fitmachen der Tiere“ stößt ihnen bitter auf. Nach Meinung von Dr. Birte Könnecke bedeutet „Fitmachen“ die Natur zu stärken und nicht zu verdrängen. Zudem lebt die Region vom Tourismus und ist auf das Naherholungsgebiet angewiesen – so der allgemeine O-Ton. Einzig Bärbl Mielich wusste nicht, in welche Richtung sie gehen soll. Einerseits bezeichnete sie sich als anfängliche Befürworterin der Schlutenlösungen. Es sei ein charmantes Konzept und schlug es dem Regierungspräsidium zur Prüfung vor. Da sie keine Fachfrau ist, muss sie den Ergebnissen den Regierungspräsidiums Glauben schenken und sich auf deren Seite stellen.

Alle wollen an einem
Strang ziehen
Nachdem die Bürgermeister ebenfalls Stellung bezogen haben, stellte Gerold Zink die konkrete Frage an die Politiker, ob sie sich im Falle eine Wahlsieges für die BI und deren Schlutenlösung Plus stark machen würden. Alle vier beantworteten diese Frage mit „Ja“, wobei Bärbl Mielich sich letztendlich doch auf die Ergebnisse des Regierungspräsidiums stützen wolle. Im Anschluss daran hatten die Gäste die Möglichkeit, ihre Fragen an die Politiker zu stellen.

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