Markgräfler Bürgerblatt

Überwältigender Erfolg für Kroatienhilfe

Feuerwehren aus ganz Baden-Württemberg folgten dem Spendenaufruf Foto: Sebastian Schmid

Innerhalb von nur zwei Tagen waren dem Aufruf der Feuerwehr-Hilfsaktion für die Erdbeben-Region in Kroatien nicht nur zahlreiche Wehren aus ganz Baden-Württemberg gefolgt, sondern auch Privatpersonen sowie zahlreiche Unternehmen, vom Lebensmittelhändler bis hin zum Spediteur. Zentrale Sammelstelle und Ausgangspunkt für den Weitertransport nach Kroatien war die freiwillige Feuerwehr Bad Krozingen.

Rund 180 Tonnen Hilfsgüter waren das Ergebnis eines Aufrufs des Kreisfeuer-wehrverbandes Breisgau-Hochschwarzwald und des Landesfeuerwehrverbandes, mit dem bei den Mitgliedern um Spenden für die Feuerwehrleute und die Menschen in der von einem starken Erdbeben betroffenen Region Kroatiens gebeten wurde.

Mit dieser großen Welle der Hilfsbereitschaft und dem großen Engagement der einzelnen Wehren hatte in Bad Krozingen niemand gerechnet. Eigentlich war man davon ausgegangen, dass durch den Spendenaufruf Material für maximal zwei Fahrzeuge zusammenkommen wird, mit denen man dann am Neujahrsabend von Bad Krozingen aus Richtung Kroatien starten wollte. Im Laufe des Neujahrstages meldeten sich jedoch immer mehr Feuerwehren aus ganz Baden-Württemberg an, um ihre vor Ort gesammelten Spenden an die Bad Krozinger Kollegen zu übergeben.

Neben Ausrüstungsgegenständen für die kroatischen Feuerwehrleute, einschließlich zweier Feuerwehrfahrzeuge, Notstromaggregaten und einem vom THW gestifteten Zelt, wurden palettenweise Lebensmittel, Hygieneartikel und insbesondere auch Winterkleidung angeliefert. Und so bildete sich eine teilweise mehre hundert Meter lange Fahrzeugschlange vor dem Gelände der Bad Krozinger Feuerwehr, die als zentrale Anlaufstelle für die von Gerhard Lai, dem ehemaligen Vizepräsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, initiierten Spendenkation fungierte.

Schnell war den Organisatoren klar, um all die Hilfsgüter, einschließlich der beiden gespendeten Feuerwehrfahrzeuge, nach Kroatien transportieren zu können, würde es sehr viel mehr Fahrzeuge benötigen. Eine nicht nur logistische, sondern auch große organisatorische Herausforderung für Gerhard Lai und das Bad Krozinger Feuerwehr-Team. Dabei galt es, nicht nur die Fahrzeuge zu organisieren, diese entsprechend zu beladen und Fahrerteams zusammen zu stellen. Innerhalb von wenigen Stunden mussten zudem auch Durchfahrtgenehmigungen für den Blaulichtkonvoi mit den zusätzlichen Fahrzeugen von den österreichischen Behörden besorgt werden.

Hier zahlten sich letztendlich die guten Verbindungen von Gerhard Lai zu den österreichischen Ministerien aus, die – trotz der Feiertage – eine reibungslose und unbürokratische Durchführung erlaubten. Somit konnte sich der Konvoi in der Nacht vom Samstag unter der Führung der beiden ortskundigen Feuerwehrleute Claus Lai und Martin Engler auf den rund 1.100 km langen Weg ins kroatische Krisengebiet machen. Zum Konvoi gehörten auch Feuerwehrfahrzeuge aus Achern, Kehl, Heitersheim, Schallstadt und Müllheim sowie aus dem benachbarten Kreisverband Emmendingen.

Nach rund 17 Stunden Fahrzeit kamen alle 14 Fahrzeuge wohlbehalten in der Stadt Sisak an, wo sie bereits von vielen Menschen erwartet wurden. Nach einer Übernachtung und einem prophylaktischen Corona-Schnelltest ging es dann für die Fahrer am Sonntag wieder zurück nach Deutschland.

Von einem riesen Zusammenhalt der ehrenamtlichen Feuerwehren in der Region, der zum Erfolg dieser Aktion beigetragen hat, sprach Gerhard Lai, der den Stein ins Rollen gebracht hatte. Seit dem Ende des kroatischen „Heimatkrieges“ im Jahr 1996 besteht eine von ihm mitbegründete enge Partnerschaft zwischen dem Kreisfeuerwehrverband Breisgau-Hochschwarzwald sowie einigen einzelner Feuerwehren in Baden-Württemberg und dem Kroatischen Feuerwehrverband, aus der zahlreiche persönliche und freundschaftliche Kontakte und regelmäßige gegenseitige Besuche entstanden sind, die bis heute gepflegt werden.

Und so stand Gerhard Lai für die Spendenaktion auch in ständigem Austausch mit den Feuerwehren im Schadensgebiet und dem Kroatischen Feuerwehrverband, um Informationen aus erster Hand von den Auswirkungen des Erdbebens zu erhalten. Das Erdbeben von der Stärke 6,4 hat Ende Dezember besonders die Region Sisak, Petrinja und Glina getroffen .Dabei ist allein die Altstadt der Stadt Petrinja mit ca. 25.000 Einwohner großflächig zerstört worden.

Bürgermeister Volker Kieber, der die Aktion vor Ort auf dem Feuerwehrgelände mitverfolgte, zeigte sich beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft und dankte den vielen angereisten Feuerwehren für ihr großartiges Engagement. Sein Dank galt insbesondere auch den zahlreichen ehrenamtlichen Bad Krozinger Feuerwehrfrauen- und männern, die, mit personeller Unterstützung von den Wehren Staufen und Schallstadt, zur Verfügung standen, um das Aus- und Umladen der angelieferten Spenden zu organisieren.

Auch Bad Krozingens Feuerwehrkommandant Florian Eckert zeigte sich stolz auf seine Mannschaft und den Zusammenhalt der Wehren in der Region, die diesen logistischen Kraftakt möglich gemacht hatten. Sowohl die Stadt Bad Krozingen als auch die Feuerwehr haben vielfältige Kontakte nach Kroatien, weshalb man gerne zugesagt hatte, bei der Aktion mitzumachen. „Dass die Spendenaktion jedoch so ein großer Erfolg wird, damit haben wir nicht gerechnet“, so der Feuerwehrkommandant.

Für ihn und sein Team war die Arbeit aber noch nicht erledigt. Nur ein Teil der Spenden konnte am Freitag nach Kroatien transportiert werden. Rund 60 Tonnen Material wurde zunächst noch in einem Lager in Eschbach zwischengelagert. Am Donnerstag wurde ein zweiter Transport, erneut mit Unterstützung der Feuerwehren aus der Region sowie privaten Transportfirmen, durchgeführt.

Wer möchte, kann hier mit einer Geldspende helfen, die Kosten für den zweiten Hilfsgüter-Transport zu decken. Sollten die Spenden die benötigten Kosten überschreiten, wird der Restbetrag direkt nach Kroatien überwiesen, um dort die Feuerwehrangehörigen und die Gemeindefeuerwehren zu unterstützen.

Der Kreisfeuerwehrverband hat ein Spendenkonto eingerichtet. IBAN DE59 6805 2328 0001 1639 55, BIC SOLADES1STF.

 

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