Markgräfler Bürgerblatt

Tod eines rumänischen Erntehelfers

Markgräfler Landwirt ohne Schuld  – Verfahren eingestellt

Freiburg. Das Amtsgericht Freiburg hat den Strafprozess gegen einen 48 Jahre alten Landwirt aus dem nördlichen Markgräflerland eingestellt. Dem Mann war vorgeworfen worden, er habe im Juni 2014 den Hitzetod eines rumänischen Erntehelfers fahrlässig verschuldet, indem er dem Mann Trinkpausen bei der Arbeit verweigert und diesen trotz gesundheitlicher Probleme wieder und wieder zur Eile in der Mittagshitze angetrieben habe. Ein Vorwurf, der sich in dem Prozess allerdings nicht als haltbar erwies.

Dennoch wurde das Verfahren nur gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt: Der Angeklagte hat zugestimmt, der Witwe des getöteten Landarbeiters 6.000 Euro zu erstatten, um die wirtschaftliche Notlage der Frau und ihrer kleinen Tochter in Rumänien zu lindern. Außerdem bleibt der Landwirt auf 2.000 Euro den Prozesskosten sitzen. Unter Tränen zeigte er sich dennoch erleichtert, dass das Verfahren gegen ihn nun ausgestanden ist. Die Situation seit dem Tod des Erntehelfers, der seinerzeit bei der Feldarbeit plötzlich bewusstlos wurde und ins Koma fiel, sei extrem belastend für ihn und seine Familie gewesen. Dabei hatte sich vor Gericht schnell gezeigt, dass die Anschuldigungen durch die Freiburger Ermittlungsbehörden auf tönernen Füßen standen: Die Anklage berief sich vor allem auf die Anschuldigungen des Schwagers des Getöteten, der der einzige Zeuge des Vorfalls bei der Heuernte im Juni 2014 war. Vor Gericht zeigte sich allerdings, dass die Aussagen des Mannes nicht durchgehend stichhaltig waren und dass dieser selbst zunächst dachte, sein Schwager simuliere seine körperliche Schwäche nur, als dieser das Bewusstsein verlor.

Der Prozess zeigte zudem, dass der 32-jährige Rumäne vermutlich an einer Vorerkrankung in Form eines Magen-Darm-Infekts litt. Für den Angeklagten sei dies nicht erkennbar gewesen, so die Richterin. In dem Prozess stand letztlich Aussage gegen Aussage im Raum: Den Anschuldigungen gegenüber hatte der Angeklagte stets betont, dass er keinen Druck auf die beiden Landarbeiter ausgeübt habe: „Wir haben nie jemanden ausgebeutet und werden das auch nie tun“, so der 48-jährige in seinem Schlusswort. (MBB)

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