Breisach Aktuell

THW feierte Jubiläum

Zahlreiche Breisacher THW-Helfer wurden für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Foto: THW Breisach

Breisach

In einem würdevollen Rahmen feierte das THW-Breisach sein 50-jähriges Bestehen. Es gab dabei jede Menge Lob für die ehrenamtlichen Helfer und deren großes Engagement für die Allgemeinheit.
Der Ortsbeauftragte und Vorsitzende des THW-Vereins Breisach, Jörg Wiebeck, begrüßte die vielen Gäste und gab einen geschichtlichen Abriss des Breisacher THW. So hatte der damalige Bürgermeister Fritz Schanno 1966 nach der Gründung des Ortsverbands alle Männer der Stadt aufgefordert, sich im THW zu engagieren. Die Eindrücke des Zweiten Weltkriegs hatten ihn zu diesem Schritt bewogen. Eine Großübung in Breisach mit 26 Ortsverbänden und 400 Helfern sollte damals schon die Bevölkerung von der Leistungsfähigkeit des THW überzeugen.
1968 war das THW bereits mit dem Abriss der alten evangelischen Kirche gefordert. Wiebeck berichtete von einer ganzen Reihe von Einsätzen, zu denen auch die Bergung eines Funkwagens des SWR in Achkarren 1969 und zahlreiche Sprengungen in den Folgejahren gehörten, zum Beispiel auch die Kaminsprengung auf dem Erismann-Gelände an der Richard-Müller-Straße. Hilfe wurde auch geleistet bei einem schweren Zugunglück im Jahre 1971 in Rheinweiler mit 25 Toten und 121 Verletzten.

Rückschläge
Rückschläge gab es immer wieder bei der Unterbringung der Helferorganisation bei der Goldfabrik oder an der Hafenstraße. Auch die durch das THW errichtete Pontonfähre auf dem Altrhein zwischen Fessenheim und Hartheim führte zu Verlusten, durch ein schnell ansteigendes Hochwasser ging zahlreiches Material verloren. Das Team des THW wurde durch die gemeinsame Arbeit gestärkt. In 23 000 Helferstunden wurde 2003 aus Teilen einer Lager- und Werkhalle aus Achern eine neue Unterkunft gebaut. Dadurch erfolgte eine bedarfsgerechte Unterbringung des Ortsverbandes, die nach Meinung Wiebecks noch viele Jahre Bestand haben kann. 2005 erfolgte die Einweihung eines Jugendhauses.

Brückenschlag über den Rhein
Zum 40-jährigen Jubiläum gab es einen Brückenschlag über den Rhein. Mit 1000 Helfern wurde eine Pontonbrücke gebaut, die Kosten beliefen sich auf 250 000 Euro. Weitere Einsätze gab es zum Beispiel beim Hochwasser an der Elbe, beim NATO-Gipfel in Kehl oder beim Papstbesuch in Freiburg sowie beim Brand der Caritas-Werkstätten im Hochschwarzwald. 2015, im einsatzreichsten Jahr seit Bestehen des Ortsverbandes, wurde das THW zu 82 Einsätzen mit mehr als 2000 Einsatzstunden gerufen.

Inzwischen verfügt der Ortsverband als einzige Einheit der Bergungsdienste der Welt über ein Bio-Radar und viele weitere technische Geräte wie Search-Cam, Klopfsonar und Wärmebildkameras. Zudem stehen den THW-Helfern ein Quad als Erkundungsfahrzeug, neun Stromaggregate und Netzersatzanlagen, ein 25-Meter-Licht- und Funkmast sowie verschiedene Drohnen zur Verfügung.
Am Anfang vor 50 Jahren hingegen bestand die Ausrüstung für die acht Helfer nur aus mehreren Spaten, Zahnstangenwinden und Leinen. Derzeit hat das Breisacher THW 156 Helferinnen und Helfer einschließlich der Kinder und Jugendlichen sowie der passiven Mitglieder. In diesem Jahr wurde eine „Mini-Gruppe“ mit elf Kindern ab sechs Jahren gebildet.

Herausforderungen der Zukunft
Wiebeck bezeichnete die Integration von Flüchtlingen in das THW, Herausforderungen durch den Klimawandel bei Unwettern oder Wassernot, Stromausfälle, Cyberattacken und die Terrorgefahr als wichtige Zukunftsthemen. „Wir alle stehen für die eine Sache: Sicherheit, jeden Tag“, lautet sein Credo. Der Ortsbeauftragte dankte den benachbarten Organisationen und vor allem den ehrenamtlichen Helfern des THW, aber auch dem Förderverein „für 50 Jahre gemeinsames Wirken in Kameradschaft und Freundschaft“.

Anerkennung und Respekt
Bürgermeister Oliver Rein bezeugte „Anerkennung und Respekt“ im Namen der Stadt, des Stadtrates und des Landkreises. Eigentlich seien es nicht 50 Jahre Geschichte, sondern bereits 60 Jahre, denn schon damals habe es über Fritz Schanno gute Kontakte gegeben. In diesem Zusammenhang überbrachte er die Grüße des Altbürgermeisters. Am 9. Dezember 1966 hätten sich 169 Breisacher Bürger im Gemeindesaal eingefunden, berichtete Rein. Damals habe es geheißen „Wagemut und Kraft machen noch keinen Helfer aus. Er muss auch mit seinem Werkzeug umgehen können und das Herz auf dem rechten Fleck haben“. Das sei bis heute so. Auch wenn Breisach vom Hochwasser bedroht werde, sei es ein gutes Ruhekissen, zu wissen, dass Feuerwehr und THW Hand in Hand zusammenarbeiten. Das Helferzentrum in Breisach sei im Lande einmalig, so Rein. Die Säulen der Gemeinschaft bestünden aus der Familie, den Kirchen, der Stadt und den vielen Ehrenamtlichen, die „über dem puren Egoismus stehen“. Der Bürgermeister verlieh Jörg Wiebeck für dessen unermüdliche Arbeit im Ehrenamt die Ehrenmedaille der Stadt Breisach.

Der stellvertretende Landesbeauftragte für das THW Jens Olaf Sandmann dankte insbesondere den Familien der Helfer und den Arbeitgebern, die deren Arbeit unterstützten. An die THW-Helfer gerichtet sagte er: „Sie leisten unentgeltlich Unbezahlbares.“ Als Dank überreichte Sandmann eine Jubiläumsplakette.

Grüße der Landrätin
Der geschäftsführende Kreisbrandmeister Alexander Widmaier überbrachte die Grüße der Landrätin Dorothea Störr-Ritter und sprach auch im Namen des Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Breisacher Vereine, Michael Fuß. Er dankte für „das Engagement sowie die Kompetenz, Leistung und Bereitschaft“ beim THW und zeichnete Wiebeck mit der Silbernen Ehrennadel des Feuerwehrverbandes aus. Jens Rickert vom DRK Breisach sprach von Sicherheit und Vertrauen in der Zusammenarbeit mit dem THW. Patrick Winterhalter dankte als Sprecher der benachbarten Ortsbeauftragten für die gute Zusammenarbeit. Der Musikverein Gündlingen mit seinem Dirigenten Andreas Späth untermalte den Festakt musikalisch.

Ehrungen
Georg Stratmann ist seit 50 Jahren Helfer im THW, er erhielt die Ehrenurkunde. Für mehr als 40 Jahre Mitgliedschaft erhielt Johannes Dürringer ein Präsent. Mit dem THW-Helferabzeichen in Gold wurden Michael Rinker und Simon Heß ausgezeichnet. Das „Helferabzeichen in Gold mit Kranz“ bekamen Michael Hänßel, Florian Reiner, Sven Konstanzer, Christoph Löffler und Sven Wacker.

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