Markgräfler Bürgerblatt

Staufener Missbrauchsfall: Erster Prozess beginnt heute

Staufen. Im Staufener Missbrauchsfall beginnt am heutigen 12. April der erste von mehreren Strafprozessen vor der Jugendschutzkammer des Freiburger Landgerichts. Angeklagt ist ein 41jähriger Mann aus der Ortenau wegen mehrfacher Vergewaltigung und schwerer Prostitution des neunjährigen Jungen, den ein in Staufen lebendes Paar an Sexualstraftäter verkauft hat. Das Paar selbst muss sich im Juni vor Gericht verantworten.

Unterdessen hat das Regierungspräsidium erklärt, beim Jugendamt des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald keine Versäumnisse im Umgang mit dem neunjährigen Jungen festgestellt zu haben. Der Ablauf des Kinderschutzverfahrens und das Handeln des Jugendamtes vor den Familiengerichten sei nicht zu beanstanden.

Bekanntlich hatte das Jugendamt den Jungen zeitweilig in staatliche Obhut genommen, was Familiengerichte dann aber wieder rückgängig gemacht haben. In diesem Zusammenhang fordert das Regierungspräsidium, der Fall solle zum Anlass genommen werden, in Jugendschutzfällen landesweit die Zusammenarbeit von Familiengerichten und Jugendämtern sowie Polizei und Justiz allgemein zu verbessern. Im Staufener Fall hatte es mehrfaches Behördenversagen gegeben. Obwohl bekannt war, dass der Haupttäter bereits wegen Kindesmissbrauchs verurteilt war und unter behördlicher Aufsicht stand, wurde nichts dagegen unternommen, dass er mit dem neunjährigen Jungen und dessen Mutter zusammenlebte und deshalb mit seiner Gefährtin den Missbrauch des Jungen organisieren konnte. (uh)

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