Markgräfler Bürgerblatt

Startschuss für die „Region der Lebensretter“

Freiburg. Im Kampf gegen den plötzlichen Herztod etabliert der Verein „Region der Lebensretter – Freiburg/Breisgau – Hochschwarzwald e.V.“, vor einem Jahr gegründet, ab sofort das App-System „FirstAED“ zur organisierten „Ersten Hilfe“.

Ein Herz-Kreislaufstillstand ist einer der dringlichsten Notfälle im Rettungsdienst, jede Minute zählt. Innerhalb von weniger als fünf Minuten muss mit der lebensrettenden Herzdruckmassage begonnen werden, damit das Gehirn keine irreversiblen Schäden erleidet.

Pilotprojekt sollen jährlich bis zu 45 Menschen retten

Über das App-System werden professionell in der Wiederbelebung ausgebildete Ersthelfer, die sich zufällig in der Nähe des Notfalls befinden, aktiviert, um den Menschen mit Kreislaufstillstand bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes in den entscheidenden ersten Minuten durch schnelle rettende Herzdruck-Massage am Leben zu halten. Damit soll die Überlebenschance der Betroffenen nach einem Herz-Kreislaufstillstand verdoppelt bis vervierfacht werden, erklärt Prof. Dr. Michael Müller, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin im Freiburger RKK St. Josefskrankenhaus und Vorstandsmitglied im „Deutschen Rat für Wiederbelebung – German Resuscitation Council“ (GRC).

Professor-Dr.-Michael-Müller

Vor einem Jahr gründet Prof. Dr. Michael Müller mit anderen Persönlichkeiten in Freiburg den Verein „Region der Lebensretter – Freiburg/Breisgau – Hochschwarzwald e.V.“, der via App „FirstAED“ helfen möchte Leben zu retten. Foto: RKK

Selbst in Großstädten wie Freiburg trifft der hervorragend organisierte Rettungsdienst meist erst nach sieben Minuten beim Patienten ein. Um optimale Überlebensraten zu erreichen, müssen die ersten Minuten bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungskräften professionell organisiert werden. Hier unterstützt das Ersthelfer-Alarmierungs-System First AED, das der Verein „Region der Lebensretter“ etabliert hat.

Registrierte Helfer, die auf ihrem Smartphone die App FirstAED installiert haben, können im Ernstfall innerhalb von wenigen Sekunden geortet und alarmiert werden. Die beiden nächststehenden Helfer werden direkt zum Patienten geschickt und beginnen mit Herzdruckmassage und Beatmung, ein weiterer Helfer holt den nächstgelegenen „Automatisierten Externen Defibrillator“ (AED), mit dem bei Vorliegen eines so genannten Herzkammerflimmern mittels Stromstoß die lebensgefährliche Herzrhythmusstörung beendet werden kann. Ein vierter Helfer wird mittels App zum Notfallort geleitet, um dort die professionellen Helfer einzuweisen. In mehreren dänischen Regionen ist das Alarmierungs-System bereits seit sechs Jahren mit großem Erfolg im Einsatz.

Mit der Projektidee „Region der Lebensretter“ wandte sich Professor Dr. Michael Müller 2017 an den Freiburger Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, der sofort finanzielle Unterstützung zusagte und auch Gründungsmitglied im Verein ist.

Die Gemeinden Staufen, Heitersheim und Hartheim folgten dem Beispiel und leisteten ihren Beitrag zum Kampf gegen den plötzlichen Herztod. Weitere Spenden kamen von der AOK, der Badischen Beamtenbank, dem DRK, der PSD Stiftung L(i)ebenswert sowie der Firma Resuscitec.

Bisher konnten 425 Helfer gewonnen werden, in den kommenden Wochen soll die Zahl der Ersthelfer noch verdoppelt werden, um eine ausreichende Ersthelfer-Dichte zu erreichen.

Anlässlich der Initiative in Freiburg hat das Innenministerium Baden-Württemberg eine Projektgruppe ins Leben gerufen und koordiniert die Pilotphase der App-Alarmierung von Ersthelfern. Bei positiver wissenschaftlicher Beurteilung ist eine Ausweitung der App-Alarmierung auf weitere Städte und Kreise in Baden-Württemberg vorgesehen. (rs)

Info: www.regionderlebensretter.de

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