Markgräfler Bürgerblatt

Stadt erinnert an ihre Rolle bei der Schaffung des Europäischen Hauses: Das Herz Europas schlägt in Breisach

Setzen sich für ein geeintes, freies und friedvolles Europa ein: Breisachs Bürgermeister Oliver Rein und Hildedore Krause, die sich schon 1950 für Europa aussprach. Foto: Salzer-Deckert

Unter dem Motto „Mitten in Europa“ gedachte Breisach jüngst seiner Vorreiterrolle im geeinten Europa: 67 Jahre sind vergangen, seit die Breisacher sich in einer „Probeabstimmung“ mit überwältigender Mehrheit für ein geeintes Europa ausgesprochen haben. Zusammen mit Castrop-Rauxel und Bremen war die Europa-Stadt am Rhein damit entscheidender Vorreiter bei der Integration Deutschlands in Europa. „Der Frieden und dass man keine Angst mehr haben muss vor einem neuen Krieg“ habe sie damals besonders zu ihrem „Ja“ zu Europa motiviert, erinnert sich Hildedore Krause (90) an ihre Motivation bei der Abstimmung damals.

Als junge Frau habe sie sich vor allem erhofft, dass sie und ihre Verwandten im Elsass in einem geeinten Europa ohne Grenzkontrollen würden leben dürfen. Dass es so gekommen ist, freut sie heute noch. Dass es aber auch andere politische Tendenzen in Europa gibt, bereitet ihr Sorgen: Man könne nur hoffen, dass die Politik die richtigen Entscheidungen treffe, so die rüstige geborene Freiburgerin, die seit frühester Kindheit in Breisach lebt.

Sie war indes nicht die einzige Breisacherin, die an der Europakundgebung der Stadt in der Spitalkirche teilnahm: Rappelvoll war das Gebäude mit BürgerInnen, die zusammen mit Bürgermeister Oliver Rein zurück blickten ins Jahr 1950. Auch politische Vertreter aus dem benachbarten Elsass nahmen an der Feier teil, bei der Rein die Gelegenheit nutzte und an die erste „Europa-Wahl“ in Breisach erinnerte: 88 Prozent der wahlberechtigten Breisacher stimmten damals mit einer Mehrheit von 96 Prozent der abgegebenen Stimmen für ein freies, vereinigtes Europa ohne Grenzen. „Damals waren noch nicht einmal alle Breisacher aus der Kriegsgefangenschaft zurück“, so Rein rückblickend. Umso klarer sei allen Bürgern gewesen, was sich im Nachhinein als Wahrheit bestätigt habe: Nur ein geeintes Europa kann ein Friedensgarant für die Menschen sein. Und das deutsch-französische Grenzgebiet sei dafür die Keimzelle gewesen. (MBB)

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