Markgräfler Bürgerblatt

Spitzenkonzert des Chor Temporal

Ein an Höhepunkten reicher Konzertabend des „Chor Temporal“ in Müllheims Martinskirche. Foto: privat

Raumfüllendes Pianissimo, schmetternden Bigbandsound

Müllheim. Klangvolle leise Töne und schmetternden Bigband Sound konnte man in der gut besuchten Martinskirche beim Jahreskonzert des Chors Temporal bestaunen.
Chorleiter Thomas Wiedenhofer dirigierte mit viel Gestik, die 28 Sänger und Sängerinnen folgten ihm und boten hohe Kunst. Hervorzuheben ist die enorme Bandbreite der Dynamik, das Klangspektrum von religiös weihevoll bis zum Sound hart schmetternder Trompeten. Unglaublich viele Stimmen im Chor brillieren als Solisten. Dazu kommt die begleitende Pianistin aus dem Chor. Als ausgebildete Konzertpianistin mit Faible für Kammermusik unterstützte Sonja Hänig klanglich und rhythmisch professionell.
„Come in and stay a while“ war die gefühlvolle Einladung in perfekt intonierten satten Klängen. Danach folgte Gershwins Summertime: Petra Eglins berückendes Sopransolo in einem vertrackten Chorarrangement von Roger Williams. „Bye bye Blackbird“ kam in überraschend lyrisch zarter Fassung daher. Publikumsliebling war eindeutig „Thulasizwe“: ein schier nicht enden wollender Beifall für Carmen Fröhlichs Solo, mit kraftvoller und ausdrucksstarker Beltingstimme, und dem Chor als begleitender und antwortender Background. “Dream a little dream of me“, von Frauenstimmen dargeboten, war klanglich eine wunderschöne Abwechslung, „Birdland“ von Jo Zawinul zeigte besonders Temporals Klang- und Rhythmusqualitäten, Blechbläserklänge und rhythmische Präzision bei all den vertrackten Synkopen.
Nach der Pause, bei „Let Me Entertain You“ gab es kein Halten mehr, Temporal raste routiniert und mit Unterhaltungslaune durch diesen Klassiker. Größer hätte der Kontrast mit dem tief religiösen „Come Sunday“ von Duke Ellington danach kaum ausfallen können. „Don’t get around much anymore“, ebenfalls von Duke Ellington, überzeugte durch die Swinglaune und instrumental anmutende Klänge. Ruhig und besinnlich „And So It Goes“ von Billy Joel, Klangkultur pur, besonders durch das brillante Solo von Achim Hänig. Den Abschluss bildete „Music“, ein Instrumentalstück von John Miles. Hier konnte der Chor noch einmal alle klanglichen Register ziehen. Ein rundum begeistertes Publikum dankte stürmisch und forderte zwei Zugaben. (sh)

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