Markgräfler Bürgerblatt

„Snacking“ – „Fast Casual“

Foto: privat

Leicht, schnell und auch noch gesund

Müllheim. Der Siegeszug, den die sogenannte „Systemgastronomie“ dürfte beendet sein. McDonald’s – weltweiter Branchenführer – musste 2013 erstmals seit dem Deutschland-Start Anfang der 1970er Jahre einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen. Das Minus in Deutschland sei 2013 „im mittleren einstelligen Prozentbereich“ gelegen. Geht man von 2012 aus, wo der Burger-Brater hierzulande gut 3,25 Mrd. Euro erwirtschafteten, würde ein Rückgang von fünf Prozent 150 Mio. Euro bedeuten.
Den etablierten Ketten setzt vor allem die die Konkurrenz durch Bäcker und Metzger zu, die verstärkt Snack- und Brotzeit-Theken eingerichtet hätten. „Im innerstädtischen Bereich finden sich immer mehr Betriebe, die schnelles und günstiges Mittagessen servieren, meist eine Auswahl von drei Gerichten, eines davon vegetarisch“, beschreibt Freiburgs Dehoga-Geschäftsführer Alexander Hangleiter den Trend.
„Wir beobachten, dass sich klassische Restaurants in der jüngsten Zeit immer schwerer beim Mittagsangebot tun“, heißt es bei „Kaisers feine Backstube“. Immer mehr Menschen, so Geschäftsführerin Birgit Kaiser, wollten von den festgelegten „großen“ Mahlzeiten weg, wollten lieber mehrmals kleine Snacks zu sich nehmen. „Snacking“, so die Bezeichnung für den neuen Trend, bedient den gesunden Lebensstil. Aber: „Bei Kaisers Gute Backstube nehmen wir „Snacking“ allerdings nicht als Stadtphänomen wahr. Auch auf dem Land wird unser Snacking-Angebot sehr gut angenommen.“
Bei McDonald’s macht man sich deshalb Gedanken: „Ansprüche, Erwartungen und Lebensumstände unserer Gäste haben sich in den letzten Jahren verändert. Es gibt unterschiedliche Lebensentwürfe, die jeder Mensch unterschiedlich interpretiert. Darauf müssen wir reagieren und unser Angebot entsprechend ausrichten, individueller und flexibler“, beschreibt Catharina Callsen, Pressesprecherin der Region Süd von McDonalds die neue Konzeption der Kette. So wurde der Hintergrund des goldenen M von Rot zu Grün, Symbol für mehr Bio, es gibt Salate, wechselnde Angebote.
Ob’s hilft ist fraglich. Denn „Snacking“ wird auch noch von sogenanntem „Fast-Casual“ flankiert. Birgit Kaiser: „Wir haben auch ein kleines leichtes Mittagsgericht, eine Suppe und einen Salat im Angebot. In der warmen Jahreszeit sind mediterrane Snacks und Salate beliebt. Im Herbst stehen frischer Zwiebelkuchen und andere warme Snacks hoch im Kurs. Und im Winter wählen unsere Gäste neben warmen Snacks gerne auch Suppen.“
Die Strategie ist erfolgreich, „Kaisers gute Backstube“, geriert mit frischen, aus regionalen Produkten gemachten Kleinigkeiten für Zwischendurch zwischen 10 und 20 Prozent Umsatz pro Filiale. Birgit Kaiser beschreibt ihre Kunden: „Bei den Konsumenten lassen sich verschiedene Lebensstile beobachten. So gibt es Kunden, die abends und am Wochenende bewusst kochen und aus diesem Grund tagsüber „Snacking“ betreiben. Aber es gibt auch Konsumenten, die nur noch viele kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, sowohl im außer-Haus-Verzehr als auch zu Hause.“

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