Markgräfler Bürgerblatt

Sitzen wir bald auf dem Trockenen?

Noch sprudelt das wertvolle nass: Brunnenstube im Wasserwerk Hausen. Foto: Salzer-Deckert

Wie sicher ist die Wasserversorgung im Rheintal?

Freiburg. Von wegen „Wasser marsch!“: Seit Jahren schon befindet sich das Grundwasser in unserer Region auf dem Rückzug, vor allem der Schwarzwald ist betroffen. Experten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) haben zu Beginn des Jahres gar ein 100-Jahres-Tief bei den Grundwasserständen ausgemacht. Das Problem dabei: Normalerweise füllt der Winter die Grundwasserreservoire auf, die der Sommer verbraucht hat. Nicht aber in diesem Jahr. Um die fehlenden Wassermengen im Erdreich und im Grundwasser aufzufüllen, müsse es wochenlang regnen, so die LUBW-Experten.

Es ist ein Teufelskreis mit Folgen für Tiere und Pflanzen und nicht zuletzt auch Menschen: Je trockener das Jahr, desto mehr muss beispielsweise in der Landwirtschaft aus dem Grundwasser heraus künstlich beregnet werden, was auf lange Sicht wiederum für weiter sinkende Wasserspiegel sorgt. „Da auch im September in der Region nach unserer Wahrnehmung nicht überdurchschnittlich viel Niederschlag gefallen ist, wird sich an dieser Prognose aus unserer Sicht vermutlich nichts ändern“, so Sprecher Markus Adler vom Regierungspräsidium Freiburg mit Blick auf die Erhebungen der LUBW in Karlsruhe.

Von der Bodenbearbeitung über die Fruchtfolge, Sortenwahl, Düngung, den Pflanzenschutz und die Bewässerung sind viele Arbeitsbereiche in der Landwirtschaft von der zunehmenden Trockenheit betroffen, so Adler weiter. Wobei die Nitratbelastung durch Eintragungen aus der Landwirtschaft seit 1994 um fast ein Viertel rückläufig sei, so Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) im September. Nur noch an rund zehn Prozent der rund 2.000 Messstellen der LUBW würden Schwellenwerte überschritten. Das Trinkwasser, welches in Baden-Württemberg zu drei Vierteln aus dem Grundwasser und aus Quellen gespeist wird, sei sicher, so Untersteller. Und auch nicht durch die Schwankungen beim Grundwasserspiegel bedroht, wie Badenova-Sprecherin Yvonne Schweickhardt versichert: „So schnell wird das Wasser hier nicht knapp“. Die Regio verfüge über „einen reichen Schatz an Reserven für die hiesige Trinkwasserversorgung“, entlang der Schwarzwald-Vorbergzone im Rheintal und bis in viele Schwarzwaldkommunen hinauf seien die Grundwasserspeicher sehr groß. „Diese unterirdischen Speicher werden durch Wasser aus dem Schwarzwald und dem Alpenraum gespeist. Die Menge entspricht ungefähr der zweieinhalbfachen Menge des Bodensees.“ Dazu komme, dass man mit einer durchdachten Trinkwasserbewirtschaftung auch Engpässe überbrücken könne. In Freiburg könne man neben den Wasserwerken im Stadtteil Ebnet und in Bad Krozingen-Hausen auch auf Hochbehälter zurückgreifen. „Es stimmt natürlich, dass in Trockenphasen der Grundwasserspiegel absinkt. Doch bislang war es nie so gravierend, dass man davon spricht, wir würden bald auf dem Trockenen sitzen.“ (MBB)

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