Breisach Aktuell

Sicherheit im Revier auf hohem Niveau

Führung des Polizeireviers Breisach veröffentlicht Kriminalstatistik

Eines gleich mal vorweg. Die Städte und Gemeinden im Revierbereich des Polizeireviers Breisach sind sicher.
Die Bevölkerung ist gut geschützt und dies zu jeder Tages- und Nachtzeit. Auch in der Urlaubszeit sind durch die neueste Polizeireform selbst bei Großlagen genügend Kräfte vorhanden, um Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten oder wiederherzustellen. Thomas Hagnberger, Leiter des Polizeireviers Breisach, zog diesen Schluss als klares Resumee der vorgelegten Kriminalstatistik für das Jahr 2015. Die 54.735 Einwohner der Städte Breisach und Vogtsburg sowie der Gemeinden Bötzingen, Eichstetten, Gottenheim, Umkirch, Ihringen, March und Merdingen können dabei auf die Ausbildung und Erfahrung jedes einzelnen Polizeibeamten und jeder Polizeibeamtin zählen. Schutz und Aufklärung bieten die 62 Beschäftigten des Polizeireviers. Vorgestellt wurde die Kriminalstatistik von Bernd Seiter im Beisein von Hagnberger. Er sieht beim Polizeivollzugsdienst kein allzuhohes Vollzugsdefizit, obwohl nach der Polizeireform die Haushaltsstellen auch nur zu 85 Prozent besetzt sind. Natürlich könnte die Situation auch in Breisach besser sein. Trotz Präsenz und Vorbeugung sowie einiger Schwerpunktarbeitsbereiche sind Straftaten nicht auszumerzen. Da reicht manchmal schon ein Zuzug einer einzigen Person in eine Gemeinde aus, um Straftaten zu vervielfachen. Auch eine einzige größere Fasnachtsveranstaltung kann nach reichlichem Alkoholgenuss die Körperverletzungsdelikte mehren. Letzteres passiert auch immer wieder auf Parkplätzen vor Diskotheken. Diebstahl, Einbruch sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte stellen mit 52,7 Prozent mehr als die Hälfte aller Straftaten. Den Rest der 100 Prozent belegen Sachbeschädigungen, Körperverletzungs-, Betäubungsmittel- sowie  Ausländerechtsdelikte und restliche Straftaten.  Insgesamt entsprechen diese 100 Prozent im Revierbereich 2.836 Straftaten. Eine Minderung zum Vorjahr um 1,4 Prozent.  Aufklärung tut da immer Not und gerade hier konnte eine Steigerung um 5,1 Prozent erreicht werden. Sie liegt nun bei stattlichen 59,3 Prozent Gute Ermittlungsarbeit lässt auch die Zahl der Tatverdä.307 Tatverdächtige. Das sind 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Insbesondere bei den Tätern unter 21 Jahren (Jugendliche und Heranwachsende) ist ein Zuwachs von 23 Prozent zu verzeichnen. Während die Straßen- und die Diebstahlskriminalität rückläufig waren, stiegen Gewalt-, Rauschgift-, Vermögens- und Fälschungs-, Körperverletungs-, Computer- und Sachbeschädigungskriminalität an. Im Focus standen auch drei Kapitaldelikte, darunter ein Versuchtes Tötungsdelikt und zwei Vergewaltigungen.
Gesucht werden von der Polizei immer wieder wichtige Zeugen, die der Polizei ihren Dienst genauso erleichtern wie Erkennungsdienstliche Maßnahmen oder die DNA-Spurensicherung. Damit können immer wieder Tatverdächtige überführt werden. 32 Prozent der Tatverdächtigen waren Nichtdeutsch, der Anteil der Flüchtlinge und Asylbewerber war dabei gering. Insgesamt gibt es momentan 46 Großeinrichtungen von Flüchtlingsunterkünften im Revierbereich, 2015 war die soziale Kontrolle durch dezentrale Unterbringungen laut Hagnberger noch weitaus besser gewährleistet.
Auch Gewalt gegen Polizeibeamte war zu verzeichnen, 20 Fälle sprechen hier eine eindeutige Sprache. Insbesondere die zehn Fälle eines Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, aber auch Nötigung und Bedrohung schlugen zu Buche. Das verursachte auch Verletzungen und Dienstausfälle.
Eine offene Rauschgiftszene gibt es nicht im Revierbereich, die Szene organisiert sich über Freundeskreise und soziale Medien. Insbesondere deswegen werden oft Kontrollen an der Ländergrenze zu Frankreich durchgeführt. Breisach ist Grenzstadt und die Nacheile bei der Verfolgung auf Frischer Tat bei den gelisteten Katalogstraftaten verläuft nicht unproblematisch. Festnahmen darf die Breisacher Polizei in Frankreich nicht selbst vornehmen. Für die Bekämpfung der Computerkriminalität stehen zwischenzeitlich einige speziell ausgebildete Polizisten zur Verfügung.
Die Wohnungseinbrüche haben auch durch vermehrte Grenzkontrollen abgenommen, damit haben die Polizeireviere in der Nachbarschaft mehr Probleme. Dabei hat bei den Wohnungseinbrüchen die Zahl der Versuche aber zugenommen, denn die installierten Sicherungen des Eigentums zeigen hier immer wieder deutliche Grenzen auf. Ein Schwerpunktprogramm wird in diesem Jahr die Überwachung von Wanderparkplätzen und sonstiger Großraumparkplätze darstellen, um die Pkw-Aufbruchsdelikte mit niedriger Aufklärungsrate einzudämmen. Spezielle Fahndungsmaßnahmen haben hier 2015 noch nicht zum durchschlagenden Erfolg geführt.
Die vorgestellte Kriminalstatistik 2015 zeigt auf, dass die Breisacher Polizei ihre Hausaufgaben gemacht hat. Leider muss im Verhalten gegenüber den Beamten immer wieder ein Autoritätsverlust festgestellt werden. Nur durch Besonnenheit, Erfahrung und eine gute Ausbildung hat hier die Polizei die Möglichkeit gegenzusteuern. Aber auch in den Schulen wird hier schon Wert auf präventive pädagogische Arbeit geleistet.
Bernd Seiter, das Urgestein der Breisacher Polizei, hat für das Jahr 2015  seine letzte Kriminalstatistik vofrgelegt. Nach seiner Pensionierung wird sein Nachfolger Thomas Ciesel diese Aufgabe übernehmen. Bei der Vorstellung war auch der Stellvertretende Revierleiter Winfried Pfeiffer dabei.

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