Markgräfler Bürgerblatt

Schuldfähig und hochgefährlich

Catalin C. mit seinem Verteidiger Klaus Malek (l.) Foto: Salzer-Deckert

Sicherheitsverwahrung für Catalin C. empfohlen

Vor dem Freiburger Landgericht werden heute im Prozess um die Ermordung der 27 Jahre alten Kaiserstühlerin Carolin G. aus Endingen/Kreis Emmendingen die Plädoyers von Anklage, Nebenklägern und Verteidigung gehört. Oberstaatsanwalt Thomas Orschitt hatte bereits zu Beginn des Prozesses klar gemacht, dass er den angeklagten rumänischen LKW-Fahrer Catalin C. (40) für einen kaltblütigen Mörder hält, der nach Verbüßung seiner Haftstrafe in Sicherungsverwahrung gehört. Eine ähnliche Sicht der Dinge ist auch von den Nebenklagevertretern, die die Hinterbliebenen der jungen Frau vertreten, zu erwarten. Und: Sobald das Freiburger Urteil rechtkräftig ist, wird C. sich zudem in Österreich für den Mord an der französischen Studentin Lucile K. verantworten müssen.

Catalin C. soll nie wieder eine Frau ermorden können: Geht es nach dem bisher verkündeten Willen der Staatsanwaltschaft und folgt das Gericht in seinem Urteil am 22. Dezember der Einschätzung des psychiatrischen Sachverständigen Peter Winckler, so darf C. für das Tötungsdelikt an Carolin G. im November 2016 nicht nur eine lebenslange Haftstrafe sondern auch eine anschließende sogenannte vorbehaltliche Sicherungsverwahrung erwarten. Dieser Begriff bedeutet, dass die Verwahrung eines Täters auch noch am Ende der eigentlichen Haftzeit auf Basis eines neuen Gutachtens verhängt werden kann, wenn dieser weiterhin als gefährlich gilt. Für Winckler ist nach den drei Gesprächen, die er mit C. in der Haft führen konnte, genau dies klar: Der Angeklagte ist ein gefährlicher Mann, der jederzeit wieder zuschlagen könnte. Er hat kein Mitgefühl für die Opfer seiner Sexualdelikte, über die er mit völliger innerer Distanz spricht. Trotz seelischer Probleme, einer problematischen Biographie, die bis in die Kindheit reicht, und trotz seines regelmäßigen Alkoholkonsums sei Catalin C. voll schuldfähig, so der Gutachter. Eine schwere psychische Erkrankung oder Ähnliches liege nicht vor.

Die Entwicklungsprognose des Mannes sei sehr ungünstig, so Winckler weiter. Sprich: Catalin C. könnte in Freiheit jederzeit wieder töten. Denkbar sei auch, dass er neben Carolin G. und seinem Opfer Lucile K. (20), die er im Januar 2014 in Kufstein/Tirol ähnlich brutal ermordete, weitere Frauen auf dem Gewissen hat, so der Sachverständige. Eine Prostituierte in Rumänien war 2005 nach einer Messerattacke des Angeklagten nur knapp mit dem Leben davon gekommen. (MBB)

 

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