Markgräfler Bürgerblatt

Regionalverband schlägt Alarm

Der Widerstand gegen das dritte und vierte Gleis im Rheintal könnte neu aufflammen, wenn die Bahn beim Lärmschutz Abstriche macht. Foto: Homann

Kompromiss zum Lärmschutz an der Rheintalbahn in Gefahr

Breisach. Wird es entlang der geplanten neuen zwei Gleise entlang der Rheintalbahn für den Güterzugverkehr im Breisgau und im Markgräferland niedrigere Schallschutzwände und weniger Lärmschutz-Galerien geben? Ist dem 2015 geschlossenen Kompromiss zwischen Bund, Land, Bürgerinitiativen und Kommunen die Grundlage entzogen wegen einer neuen Verkehrsprognose des Bundes? „Das darf nicht sein“, heißt es beim Regionalverband Südlicher Oberrhein. Die Verbands-Oberen Otto Neideck (Vorsitzender) und Dieter Karlin (Verbandsdirektor) fordern die Verantwortlichen in Bund und Land auf, den Kompromiss mit Lärmschutz über das gesetzliche Maß hinaus zu bestätigen und die Bahn anzuweisen, auf der Basis der getroffenen Vereinbarungen weiter zu planen.

Die nach jahrelangen Beratungen im Projektbeirat erzielte Befriedung bei dem Streit um das Jahrhundert-Projekt Rheintalbahn rund um Freiburg könne schnell hinfällig werden, sagt Dieter Karlin. Es drohten zehntausende von neuen Einsprüchen, sollten die letzten Zugprognosen des Bundes die Grundlage der Einigung in Frage stellen. Otto Neideck meint: „Der Kompromiss muss die Geschäftsgrundlage bleiben“. Dieter Karlin fragt: „Wie soll das den Menschen im Rheintal erklärt werden, dass es nun doch weniger Lärmschutz als vereinbart gibt?“

Beim Regionalverband wird darauf verwiesen, dass „Prognosen keine Fakten sind“. Nichts gehe daran vorbei, dass der „Vollschutz“ wie ausgehandelt „unabhängig von Zugzahlen“ erhalten bleiben muss. Wobei die neuen Prognosen davon ausgehen, dass es möglicherweise weniger und leisere, dafür aber längere Güterzüge geben wird. Statt 500 bis 600 Meter lang bis zu 750 Metern Länge. Die würden dann auch bei der Passage an Wohnbebauung vorbei länger Lärm erzeugen. Es sei kein Trost, wenn dadurch im Mittel geringere Lärmwerte entstünden; die gesetzliche Bestimmung, dass der Lärm aus Tag- und Nachtfahrten im Durchschnitt erhoben werde, sei an sich schon fragwürdig. Obendrein sage die neue Prognose auch mehr Güterzug-Verkehr an Wochenenden voraus. (uh)

 

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