Markgräfler Bürgerblatt

Rauchwarnmelder retten Tierleben

BU: Das Unternehmen Hekatron aus Sulzburg unterstützt Jäger bei der Rettung von Rehkitzen Foto: Hekatron

Wenn bei trockenem Wetter die hohen Wiesen und Matten gemäht werden, werden oft Rehkitze durch die Mähwerke verletzt oder getötet. Jäger aus dem Markgräflerland wenden deshalb jedes Jahr viele Stunden auf, um die schutzlosen Jungtiere vor dem Mähtod zu bewahren.

Meist von April bis Juli legen die Muttertiere ihre Jungen im vermeintlich sicheren hohen Gras einer Wiese ab. Droht Gefahr, verharren die Kitze instinktiv tief geduckt und reglos auf dem Boden, anstatt zu fliehen. Den modernen Mähmaschinen sind sie schutzlos ausgeliefert. So verlieren in ganz Deutschland jährlich etwa 100.000 Rehkitze ihr Leben, auch Fasanen, Rebhühner, Hasen und andere Wildtiere sind den Gefahren oft schutzlos ausgesetzt.

Der Einsatz von brauchbaren Jagdhunden sowie insbesondere fliegende Erkennungssysteme in Form von kleinen Drohnen mit angehängten Wärmebild- und normalen Digitalkameras leisten Abhilfe: Beim systematischen Überfliegen von Wiesen vor der Mahd mit einem Multikopter werden Infrarotbilder an die Kitzretter übertragen. Sie werden vom Kitzrettungs-Team aus dem Feld getragen, markiert und in den Schatten am Feldrand in eine Kiste gesetzt. Nach der Mahd werden sie wieder frei gelassen.

„Doch wenn zwischen dem Transport der Kitze und dem Mähen einige Stunden liegen, ist die ganze Rettungs-Aktion umsonst“, berichtet Jäger Paul Schmid aus Schmidhofen. Da die Rehkitze nicht so lange in den Kisten bleiben können, musste ein Weg gefunden werden, wie verhindert wird, dass die Rehkitze wieder in die Wiese laufen. Gemeinsam mit Jäger-Kollegen ist er dann eher zufällig auf eine Idee gekommen.

Ende Juni war es soweit: In Eschbach sollte eine rund 50 ha große Wiese abgemäht werden. Ab 4.30 Uhr morgens flog Drohnenpilot Michael Hin von der Kitzrettungsstation das Areal gründlich ab. „Insgesamt haben wir auf diese Weise in drei Tagen 20 Kitze gefunden“, erzählt Paul Schmid. Der Lärm von Rauchwarnmelder hielt die Rehkitze dann davon ab, zurück in das Feld zu laufen. „Durch die anschließend an der Waldkante aufgestellten Rauchwarnmelder mit Daueralarmsignal konnten viele schutzlose Kitze vor dem Mähtod bewahrt werden – aus unserer Sicht war das Pilotprojekt sehr erfolgreich.“ Möglich wurde das durch die Unterstützung von Hekatron und der Bereitschaft der Landwirte zur Kooperation. „Wenn wir zusammenarbeiten, können wir viel erreichen.“

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