Markgräfler Bürgerblatt

Probleme und Risiken im AKW Fessenheim bestätigt

Ist der Nervenkrieg um das marode AKW Fessenheim nun endlich vorüber, siegt die Vernunft und der Uralt-Reaktor wird endlich abgeschaltet? Foto: Deckert

Das Ende Uralt-Reaktors rückt näher

Colmar/Freiburg. Im grenzüberschreitenden Fessenheim-Begleitausschuss CLIS wurden dieser Tage die technischen Risiken eines Fortbetriebs im AKW Fessenheim bestätigt. Das Besondere dabei, so Südbadens Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer nach der Sitzung: Die Probleme wurden nicht von den üblichen Fessenheim-Kritikern benannt, sondern von der Atomaufsicht ASN in Frankreich und dem Vorsitzenden der CLIS, Michel Habig, der als glühender AKW-Verfechter gilt. Das Treffen sei daher „denkwürdig“ gewesen, so Schäfer.

Grund für die Probleme sind Unregelmäßigkeiten bei einem tonnenschweren Dampferzeuger. In dem Bauteil wurde Stahl des Skandal-Konzerns „Avera“ verbaut, bei dem es zu Unregelmäßigkeiten bei der Herstellung gekommen war. Die ASN bestätigte im CLIS-Ausschuss, dass man im Prinzip nicht wissen könne, ob der Stahl den Druckverhältnissen im Reaktor standhalte. Daher sei die Wiederinbetriebnahme ungewiss. „In dieser Klarheit wurde das noch nie von der ASN thematisiert“, so Schäfer nach dem Treffen. Es sei durchaus denkbar, dass dies helfe, die angekündigte Stilllegung des Reaktors zu beschleunigen. Dafür spricht auch die Tatsache, dass mittlerweile alle Bedingungen des AKW-Betreibers EdF für die vorzeitige Abschaltung erfüllt sind: die EU-Kommission hat der vereinbarten Entschädigung in Höhe von mindestens 400 Mio. Euro für die EdF zugestimmt, und der Weiterbau des AKW Flamanville am Atlantik ist ebenso gesichert wie die Wiederinbetriebnahme eines zuletzt abgeschalteten Reaktorblocks im AKW Paluel.

Französische Medien berichteten zuletzt, dass die EdF nun heute, am 6. April, die Abschaltung in Fessenheim verkünden will. (MBB)

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