Markgräfler Bürgerblatt

Probleme bei Viessmann-Brennwert-Kesseln – Leserbriefe

Lieferausfall auch aus Kostengründen

Breisach. Das Unternehmen Viessmann hat erneut auf unsere Berichterstattung reagiert. Wir hatten öffentlich gemacht, dass für Viessmann Gas-Brennwertkessel lange vor der üblichen Ablaufzeit der Anlagen von 25 Jahren Steuerplatinen nicht mehr erhältlich waren und etliche Kunden deswegen schneller als erwartet neue Brennwert-Kessel installieren mussten – verbunden mit hohen Neubeschaffungs- und Installationskosten. Dazu haben uns auch Leser-Zuschriften erreicht, die wir nachstehend abdrucken und für die wir danken.

Viessmann hatte durch seine Kommunikationsabteilung mitteilen lassen, der Ausfall der Steuerplatinen sei einem Wasserschaden beim Zulieferbetrieb zuzuschreiben und für die Kunden sehr ärgerlich. Viessmann hatte auch erklärt, das Unternehmen würde Kunden, die zu einer Neuinstallation wegen Lieferausfall der Steuerplatinen gezwungen würden, großzügige Rabatte auf Neugeräte zu gewähren. Betroffenen können wir nur empfehlen, das in Anspruch zu nehmen.

Inzwischen wurde angezweifelt, dass tatsächlich nur ein Wasserschaden beim Zulieferer dafür verantwortlich ist, dass elementare Ersatzteile nicht mehr verfügbar sind. Damit konfrontiert, teilte Albrecht von Truchseß, Chef der Viessmann-Kommunikation, unserer Zeitung folgendes mit: „Es hat wie in der Vergangenheit einen Wasserschaden in einem Werk unseres Lieferanten gegeben, von dem auch die Produktion unserer Leiterplatinen betroffen war. In anderen Fällen kommt es durchaus auch vor, dass nach einer gewissen Laufzeit die Produktion von Einzelteilen durch den Zulieferer oder Vorlieferanten aus Rentabilitätsgründen eingestellt wird, so auch bei Leiterplatinen – ein in der Industrie nicht unüblicher Vorgang. Bei den an uns gelieferten LGM Bauteilen treffen beide Fälle zu, was wir sehr bedauern“.

Also spielen Kostengründe eine Rolle – höchst ärgerlich für die Kunden. Zu der von uns berichteten Tatsache, dass in Deutschland angeblich nicht mehr erhältliche Steuerplatinen in Frankreich noch leicht geliefert werden können, erklärte Albrecht von Truchseß erneut, diese Information, die am deutschen Stammsitz nicht bekannt gewesen ist, sei „im Haus weitergegeben worden“. Auf Initiative dieser Zeitung weiß jetzt zum Beispiel der Breisacher Heizungs-Installateur, der mit den geschilderten Ausfällen von Viessmann-Produkten konfrontiert war, wo er im Elsass die Steuerplatinen noch beziehen kann. (uh)

 


LESERBRIEFE

zum Thema „Heizkesselabenteuer:

 

„Auch wir wurden „Opfer“ dieser Viessmann-Geschichte. Wir hatten einen Viessmann Brennwertkessel. Dafür haben wir seinerzeit einen deutlichen Aufpreis bezahlt. Nun, nach 20 Jahren ist das Ersatzteil (Steuerteil-Mainboard) nicht mehr lieferbar und wir mussten für viele tausende Euro austauschen. Viessmann wird es uns nachsehen, dass wir einen anderen Hersteller bevorzugten.

Das eigentlich Merkwürdige daran ist aber dass, wie sie schreiben, sich das Malheur auf Anlagen des Typs Vitoden bezogen. Wir hatten einen Brennwertkessel des Typs EUROLA.Da kommen doch Zweifel auf.“

Dieter S. Heumos

 

„Ich habe mich zu einem ähnlichen Fall sehr über Viessmann geärgert. Die Aussage des Herstellers ist nur die halbe Wahrheit aber dazu später. In meiner vermieteten Wohnung in NRW fiel die Heizung aus (Kombitherme mit Gas beheizt). Der örtliche Kundendienst war sehr fix und tauschte das fehlerhafte Steuermodul in kurzer Zeit aus. Hierbei teilte er mir mit, das für diesen Typ in Zukunft keine Ersatzteile zur Verfügung stehen. Da ich es nicht glauben wollte nahm ich Kontakt zu Viessmann auf. Viessmann teilte mir mit, dass sie in Zukunft nicht mehr gewährleisten können, dass alle Ersatzteile verfügbar sind. In Notfällen sollte ich mich an den Viessmann-Kundendienst wenden, die noch Ersatzteile als Restbestände haben. Nun wollte ich wissen, warum diese Gasthermen nicht mehr hergestellt werden, denn wenn keine Ersatzteile mehr da sind ist die Logik, dass diese Heizung nicht mehr hergestellt bzw. aus dem Programm genommen wird.

Meine Recherche ergab Erstaunliches. Es gibt eine EU-Verordnung zur Ökodesign- Richtlinie, die besagt, dass diese alten Heizungstypen ab dem 26.9.2015 nicht mehr betrieben und hergestellt werden dürfen im Sinne der Umweltschädigung. Es dürfen nur noch Brennwertgeräte betrieben werden. Fast alle Hersteller haben darauf reagiert und keine Ersatzteile mehr in Auftrag gegeben.

Die EU hat es wieder einmal geschafft den Nutzer zu schädigen und die Hersteller zu begünstigen, da der Marktanteil von Brennwertgeräten steigen wird. Es bleibt mir nichts anderes übrig als das alte Gerät auszutauschen wenn keine Ersatzteile zu erhalten sind. In Frankreich müsste die gleiche Situation herrschen.!!

Eine Ausnahme gibt es doch: In alten Mehrfamilienhäusern gibt es Gasthermen, deren Wohnungen an einen zentralen Kamin angeschlossen sind. Dies ist in Zukunft bei Brennwertkesseln nicht mehr erlaubt. Um die erheblichen Umbaukosten den Bewohnern nicht zuzumuten (Einbau neuer Kaminzüge, für jede Wohnung ein Kamin), können diese alten Thermen weiter betrieben werden. Das ist jedoch ein schlechter Witz!!! Wenn keine Ersatzteile verfügbar sind, muss irgendwann trotzdem umgebaut werden, mit erheblichen Kosten für die Bewohner.“

Mit freundlichen Grüßen

Burkhard Dutschke, Staufen

 

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