Markgräfler Bürgerblatt

Problem Nummer eins: Fachkräftemangel

Konjunkturbericht der IHK Südlicher Oberrhein

Freibrug. Die IHK Südlicher Oberrhein hat erneut mehr als 1.000 Unternehmen um Auskunft über ihre derzeitige Geschäftslage und ihre Einschätzung der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung gebeten.

Die Wirtschaft am südlichen Oberrhein bleibt auf Kurs: Nachdem der Index der Geschäftslage bereits im Frühsommer auf den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung geklettert war, ist er nun nochmals um einen Punkt angestiegen – auf einen neuen Höchstwert von 54 Punkten. „57 Prozent aller Unternehmen bezeichnen die eigene Geschäftslage aktuell als gut, nur drei Prozent sind unzufrieden“, berichtete Kammerpräsident Dr. Steffen Auer. Gründe für den stabilen Wachstumspfad seien sowohl im Inland als auch im Ausland zu suchen. „Die Befürchtungen vor Protektionismus in den USA oder negative Veränderungen durch den bevorstehenden Brexit waren bisher unbegründet.“ Überhaupt zeichne sich in Europa ein deutlicher Aufwärtstrend ab, erkennbar an Wachstumsraten und sinkenden Arbeitslosenquoten.

Aber auch die Zahlen aus dem Inland sind beachtenswert. Auer: „Allein im Kammerbezirk sind im vergangenen Jahr etwa 9.000 neue Stellen geschaffen worden.“ Die Arbeitslosenquote liegt hier bei 3,4 Prozent. Und trotz eines Arbeitsmarkts an der Schwelle zur Vollbeschäftigung: Die Nachfrage nach zusätzlichen Arbeitskräften bei den Unternehmen der Region ist weiterhin ungebrochen. Mit 27 Prozent möchte mehr als jedes vierte Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten seine Belegschaft ausweiten, nur 13 Prozent planen mit weniger Arbeitskräften.

Auch der Ausblick bleibt von Stabilität geprägt. 64 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung, acht Prozent glauben an ein Ende des Wachstumskurses und immerhin 28 Prozent denken, dass es noch weiter bergauf gehen wird. Damit bleibt auch das Investitionsklima unverändert positiv: Jedes dritte Unternehmen möchte seine Investitionstätigkeit ausweiten, weniger als jedes zehnte möchte sie in den kommenden zwölf Monaten zurückfahren.

Wie zuletzt bezeichnen die Unternehmen am südlichen Oberrhein den Fachkräftemangel als den größten Risikofaktor. 61 Prozent der Befragten sehen diesen mit Sorge – im Herbst 2014 waren das gerade einmal 37 Prozent. Jedes zweite Unternehmen kann offene Stellen längerfristig nicht besetzen, 2013 war es nur jedes vierte. Um mehr Fachkräfte zu gewinnen, setzen die Betriebe auf Aus- und Weiterbildung sowie die Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber. Die Einstellung von ausländischen Fachkräften, älteren Arbeitnehmern oder Flüchtlingen sind weitere Ansätze, die auf eine bessere Ausschöpfung des Fachkräftepotenzials abzielen.

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