Markgräfler Bürgerblatt

Portal-Praxis für Notfälle soll kommen

Foto: pixabay

Freiburger Uni-Klinik beteiligt niedergelassene Ärzte

Freiburg. Die Uni-Klinik plant eine Neuerung, die auch für die vielen Patienten aus dem Breisgau und dem Markgräflerland Bedeutung hat. Beim Notfall-Zentrum soll eine sogenannte „Portal-Praxis“ eingerichtet werden, die sechs bis acht niedergelassene Ärzte betreiben. Das bestätigte Jörg-Rüdiger Siewert, Ärztlicher Direktor der Uni-Klinik gegenüber dieser Zeitung.

Diese Portal-Praxis hat den Sinn, zu entscheiden, ob Patienten, die kommen, tatsächlich in der universitären Notfallaufnahme mit ihren vielfältigen Möglichkeiten behandelt werden müssen. Oder ob die Erkrankung oder Verletzung, wegen der die Patienten kommen, nicht auch direkt von den aus eigenen Praxen kommenden niedergelassenen Ärzten in der Portal-Praxis versorgt werden können. Jörg-Rüdiger Siewert: „Wenn einer sich mit dem Hammer auf den Daumen geschlagen hat, dann ist das nicht unbedingt ein Fall für das universitäre Notfallzentrum. Das können auch Ärzte in der Portal-Praxis behandeln“. Also: Die leichteren Fälle.

Im Hintergrund steht die Tatsache, dass das Notfallzentrum der Uni-Klinik an seine Kapazitäten stößt. Unter anderem deswegen, weil immer mehr Patienten zum Beispiel aus dem Landkreis Waldshut kommen, dessen Notfallversorgung krankt. Bevor dort Patienten auf einen Termin beim Facharzt warten, streben sie häufig in die Freiburger Notaufnahme. Aber, „einfach zu sagen, wir können bei uns nicht mehr“ und die Patienten dann nach Freiburg zu schicken, „weil die Uni-Klinik immer kann“, sei keine Lösung, sagte jüngst Thorsten Hammer, einer der ärztlichen Leiter des Universitäts-Notfallzentrums (UNZ) Freiburg. Die Portal-Praxis für die einfacheren Fälle soll da Abhilfe schaffen und das Notfallzentrum so entlasten, dass die Versorgung schwererer Fälle gewährleistet ist.

Ein Problem gibt es noch bei der personellen Ausstattung der Portal-Praxis. Interessierte niedergelassene Ärzte zeigen wenig Lust, in der Portalpraxis auch am Wochenende Dienst zu tun. Das wäre dem Chef der Uni-Klinik, Jörg-Rüdiger Siewert, aber besonders wichtig. Im Notfallzentrum werden jährlich inzwischen 50.000 Patienten behandelt. Im Vergleich dazu diese Zahl: Stationär nimmt die Uni-Klinik jährlich 70.000 Patienten auf. Die Kosten für die Notfall-Betreuung müssen auch gedeckt werden. Siewert fordert dazu von der Politik, eine Steuerfinanzierung von Notfallversorgung in Erwägung zu ziehen. (uh)

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag! Unsere Sharing-Buttons stehen im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht.

Das könnte dich auch interessieren …