Markgräfler Bürgerblatt

Patientensicherheit hat höchste Priorität

„Die Qualitätssicherung ist von herausragender Bedeutung“, so Ralf Grüninger – Chefapotheker der RKK gemeinnützige GmbH im Freiburger St. Josefskrankenhaus. Foto: RKK

Zytostatika-Herstellung im Freiburger RKK Klinikum

Freiburg. Angesichts der ungeheuerlichen Vorkommnisse bei einem Bottroper Apotheker, der in über 50.000 Fällen mehr als 50 Zytostatika-Rezepturen ge- und verfälscht, zu niedrig dosiert und teilweise sogar ganz ohne Wirkstoff an Patienten herausgegeben haben soll, betont der Regionalverbundes kirchlicher Krankenhäuser (Freiburger RKK Klinikum) die herausragende Bedeutung des Qualitätsmanagements in der Zytostatika-Zubereitung.

In der Apotheke des Freiburger St. Josefskrankenhauses erfolgt die Herstellung von sterilen Arzneimitteln wie der patientenindividuellen Zytostatika nach ärztlicher Anweisung durch spezialisiertes Fachpersonal unter Sicherheitswerkbänken in Reinraum-Räumen, die höchsten Hygieneansprüchen gerecht werden. Alle eingesetzten Rohstoffe werden direkt vom Hersteller bezogen, mengen- und chargenmäßig erfasst und unter Einhaltung des sogenannten „Sechs-Augen-Prinzips“, das heißt, der Kontrolle von drei fachlich qualifizierten MitarbeiterInnen, und weiteren engmaschigen Kontrollen hergestellt. Zytostatika sollen das Zellwachstum beziehungsweise die Zellteilung hemmen, vor allem bei der Behandlung bei Krebs, teilweise auch bei Autoimmunerkrankungen.

Die ärztlichen Anforderungen werden zunächst eingehend geprüft. Dazu gehört die Kontrolle von Dosierung und Medikation, Vollständigkeit der Verordnung, Zulassung und Zulässigkeit der eingesetzten Arzneimittel sowie die Plausibilität und Vollständigkeit der Therapie-Schemata. Nach erfolgter Herstellung werden die Zubereitungen auf sichtbare Partikel, Mängel am Infusionsbeutel oder der Umverpackung kontrolliert. Nur einwandfreie Infusionen verlassen die Klinikapotheke in speziell gekennzeichneten, bruchsicheren Transportbehältern.

Selbstverständlich werden auch in allen anderen Bereichen dieselben Qualitätskriterien angelegt. Von der Herstellung patientenindividueller Ernährungslösungen für die Kinderheilkunde bis zur Entwicklung und Zubereitung kindgerechter Darreichungsformen. „Qualitätssicherung ist deshalb von herausragender Bedeutung“, betont Chefapotheker Ralf Grüninger.

Die Apotheke als Einrichtung des RKK gemeinnützige GmbH ist der Arzneimitteltherapiesicherheit zum Wohle der Patienten verpflichtet und steht mit den Verbundhäusern des RKK Klinikums für eine patientennahe Versorgung. Die Zentralapotheke im Freiburger St. Josefskrankenhaus beliefert die Einrichtungen des Regionalverbundes kirchlicher Krankenhäuser (RKK Klinikum) und elf weitere Kliniken der Region mit Arznei- und Verbandmitteln, Desinfektionslösungen, Sonden-Nahrungen und Medizinprodukten. Ihr Versorgungsauftrag als zentraler Einkaufs- und Logistikdienstleister umfasst somit 2.700 Betten mit rund 2.200 Anforderungen pro Tag. Die Apotheke betreut eines von fünf Notfalldepots im Auftrag der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg und stellt damit die Versorgung von öffentlichen Apotheken mit selten benötigten, jedoch im Notfall lebensrettenden Arzneimitteln sicher. (rs.)

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