Markgräfler Bürgerblatt

Osterbrauch – Wenn Hisgier auf Ufertbrut trifft…

In den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war der Hisgier noch allenthalben unterwegs. Im 21. Jahrhundert musste er erst wieder erweckt werden. Fotos: HWR/privat

Müllheim. Was – Sie kennen den Hisgier noch nicht? Dann sollten Sie einmal in Buggingen Hans-Werner Ritter besuchen. Er hat mit einigen Mitsterietern eine alte Tradition am Leben erhalten, die einst in den evangelischen Dörfern des Markgräflerlandes Gang und Gäbe war.
Der Hisgier, keiner weiß, was der Name bedeutet, ist eine Strohpuppe, martialisch, erschreckend, die den Winter  symbolisiert. Am Ostermontag ziehen Jugendliche  mit dieser Puppe, unter der ein Kamerad steckt, unter Singen von Versen von Haus zu Haus, um um Eier, Mehl, Butter und anderes zu betteln. „Der Hisgier isch e brave Ma, er will gern Eier un Anke ha“. Anke ist Butter und bei den Jugendlichen weniger begehrt. Gewöhnlich, so berichtet Hans-Werner Ritter, kämen aber seine Schützlinge, denen er einschärft, stets freundlich und höflich zu sein, auch wenn’s nichts gibt, mit genügend Eiern für`s Frühstück und einem netten Taschengeldzuschuss für jeden nach Hause.
Der mit Glocken besteckte Winter-Unhold kommt aber nicht in allen Markgräfler-Gemeinden ohne Gegenspieler, genauer: Gegenspielerin, davon. In einigen Gemeinden haben sich Mädchen zusammengefunden, die die Rolle des „Maidlihisgier“ oder des „Ufertbrut“ übernehmen. Meist weiß gewandet, mit bunten Bändern geschmückt, stellt sie den Frühling dar, der den kalten, unwirtlichen Winter austreibt.
So haben sich, Dank aktiven Mitbürgern wie Hans-Werner Ritter und anderen, die alten Bräuche der Regio erhalten und  erneuert, setzen sie eine neue Facette in das österliche Brauchtum.

Hisgier-heute

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