Markgräfler Bürgerblatt

Novemberstimmung auf den Friedhöfen

Gedanken zum Totenmonat

Ehemaliges Grabkreuz auf dem Friedhof  Bad Bellingen in den 50er Jahren. Foto: Amann

Ehemaliges Grabkreuz auf dem Friedhof Bad Bellingen in den 50er Jahren. Foto: Amann

Müllheim. Friedhöfe sind wie Geschichtsbücher: die Gräber erinnern an Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Kultur; sie sind vor allem im Totenmonat November Stätten privaten Gedenkens.
Auch Friedhöfe verändern sich. Vor einem halben Jahrhundert und mehr hatten südbadische Friedhöfe ein ganz anderes „Outfit“ als heute. Vor allem Holzkreuze mit und ohne „Dächle“, sowie geschmiedete Metallkreuze zierten die Gräber. Pompöse Grabmale waren in Landgemeinden schon aus Kostengründen eher seltene Ausnahme. Es gab so gut wie keine Urnenbeerdigung und für eine „anonyme Bestattung“ ihrer Verstorbenen hätten sich Angehörige und Verwandte wohl zutiefst geschämt. Die meisten Friedhofsatzungen hätten eine solche damals gar nicht zugelassen.
In ihrer langen Geschichte spiegeln „Gottesäcker“ Zeitgeist, das Verhältnis der Gesellschaft zu Sterben und Tod. Und zeitweise erlaubten sich unsere Ahnen sogar einen spöttisch volkstümlichen Umgang mit der eigenen Vergänglichkeit, wie bayerisch deftige Grabinschriften aus dem 19.Jahrhundert überliefern: „Hier ruhen meine Gebeine, ich wünscht‘, es wären deine“. Oder auch „Durch einen Ochsenstoß fiel ich in Jesu Schoß“. Vor allem aber das christlich tröstende „Auf Wiedersehen“ gehörte mit zur Grabinschrift dazu.“Lang isch’s her!“. (KA)

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