Markgräfler Bürgerblatt

Nicht nur die Römer lebten einst im Kurgarten

Freuen Sie sich über den Archäologie-Park: Bürgermeister Kieber und seine Mitstreiter Foto: Stadt Bad Krozingen

Archäologiepark Bad Krozingen:

Bad Krozingen Ein Ziegenglöckchen und ein paar Haarspangen, ein Fragment eines Spiegels und eine echt alte Schere: Fundstücke wie diese belegen, dass sich zur Zeit der Römer ein Gutshof just an der Stelle befand, an der heute die teuersten Baugrundstücke der Baugebiete Kurgarten 1 und Kurgarten 2 in Bad Krozingen aufeinander treffen.

Fünf Jahre nach Entdeckung der römischen Siedlungsreste ist nun der Archäologie-Park im Kurgarten der Öffentlichkeit übergeben worden: Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Krozinger Fund vor allem deshalb so interessant, weil er nicht die Bäder und Villen der Oberschicht abbildet, sondern einen Einblick in das Leben der einfachen Bevölkerung auf dem Land ermöglicht. Kalksandsteine im Boden zeichnen zum Beispiel nach, wo bei den römischen Bauern einst der Ofen im Haus zu finden war. Doch nicht nur die Römer schätzten die Gegend für ihre fruchtbaren Böden und die daraus resultierende gute Versorgungslage: Insgesamt 5.000 Jahre Siedlungsgeschichte sind auf dem zunächst unscheinbar wirkenden Gelände ablesbar, die Zeit der Besiedlung der Örtlichkeit geht also weit vor die Zeit der römischen Herrschaft am Oberrhein zurück, wie die Entdeckung eines trapezförmigen Megalithgrabes belegt. Insgesamt wurden bei der archäologischen Untersuchung des Baugrunds im Kurgarten Funde von der Steinzeit bis hin zur Zeit der Alemannen entdeckt und wissenschaftlich gesichert.

Der Archäologie-Park ist aber nicht nur lehrreiche, er regt auch zum Mitmachen an, antike Spiele wie die „Rundmühle“ und das „Delta“ sind im Boden eingelassen und fordern zum Spiel auf. Künftig soll der Park zudem Teil des Römer-Radwegs am Oberrhein werden. (MBB)

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