Markgräfler Bürgerblatt

Neujahrsempfang Bad Krozingen: Von Wachstum und Verantwortung

Schneiden gemeinsamen die Neujahrsbrezeln an: Bastian Jenne, Reiner Federer, Stefan Lütten, Volker Kieber, Wolfgang Grupp, Peter Lob und Rolf Rubsamen (v.l.)

Bad Krozingen. Neujahrsempfänge pflegen normalerweise die Bestandsaufnahme des im Vorjahr geleistete sowie die  Aussichten für das laufende Jahr zu beinhalten. So gesehen sind die Abläufe vorhersehbar und immer wieder ähnlich. Eine Ausnahme machte der Neujahrsempfang des Gewerbeverbandes Bad Krozingen, der vor einem durch die anrollende Grippewelle nicht ganz bis auf den letzten Platz gefüllten Kursaal über die Bühne ging. Zwar gaben Gewerbeverbandschef Peter Lob und Krozingens Bürgermeister Volker Kieber die erwartbaren Statements ab, doch mit dem „Haupt-Act“ (Peter Lob) Wolfgang Grupp, seines Zeichens Inhaber des Textilhersteller Trigema aus dem schwäbischen Burladingen, gab es ein „Schmankerl“: kurzweilig, tiefsinnig und humorvoll zeichnete der Unternehmer ein Bild dessen, was einen guten „Entrepreneur“ auszeichnet.

 
Peter Lob, der auch als smarter Moderator durch die Veranstaltung führte, bezeichnete 2016 als ein gutes jahr und unterstrich, dass Gewerbeverband wie Stadt in engem Schulterschluss daran arbeiten, den Standort für Händler und Dienstleister attraktiver zu machen. Insbesondere der Eventkalender wurde  erweitert – Ziel, neue Interessentenschichten in den Kurort zu locken und damit die Kundenfrequenzen zu erhöhen. Dass dabei bewährtes wie die Jobstartbörse weiterentwickelt und in die Jahre gekommenes wie das Open-Air eine Rolle spielen, ist klar – letzteres musste sich eine Frischzellenkur gefallen lassen und firmiert künftig unter „BK City Hit Night“
Volker Kieber, dem einstimmig alle ein riesiges Pensum an Arbeit, Einsatz und Ideenreichtum attestierten, unterstrich, dass der Kurort nun konstant über 20.000 Einwohner aufweise und man daher, einstimmig, im Gemeinderat den Entschluss gefasst habe, einen Antrag auf „Umfirmierung“ zur „Großen Kreisstadt“ mit Ziel 2019 einzureichen. Dies, so betonte Kieber, sei für die künftige Positionierung der stetig wachsenden Stadt wichtig.
Wachstum hätte als große Überschrift sowohl über Lobs wie auch Kiebers Reden stehen können. Der Bürgermeister wies auf die Fertigstellung von „Kurgarten II“ hin, wo 1.300 Menschen bezahlbaren Wohnraum finden, er freute sich, dass das Gewerbegebiet „Krozinger weg“ begonnen werden könne und bis Ende des Jahres von den ersten Betrieben besiedelt werde. Wachstum, so betonte Kieber, sei trotz der guten Einnahmen des vergangen Jahres wichtig, denn nur so könne Bad Krozingen sich mehr Spielraum auf der Einnahmeseite verschaffen, was angesichts geplanter Investitionen von rund 14 Mio. Euro extrem wichtig sei.

 
Stargast war Wolfang Grupp. Der 74-jährige Vollblutunternehmer betonte, dass er ausschließlich in Deutschland produziere und in den vergangenen 48 Jahren nie unterbeschäftigt gewesen sei. China, so sein Credo, mache die Massenware, Deutschland die innovative. 1.200 Mitarbeiter beschäftigt Trigema und macht alles, außer der Herstellung des Fadens selbst. Ein Unternehmen, so grupp, müsse überschaubar sein und man dürfe nicht diversifizieren: „Man muss verstehen, was man da macht!“ Anderen Unternehmensführern schrieb der agile Textilhersteller ins Stammbuch: „Mitarbeiter muss man hegen, nur dann sind sie motiviert und machen den betrieb zu ihrer eigenen Sache!“ Klingt einfach, scheint aber nicht wenigen Managern neu zu sein, ebenso wie Grupps Aussage, dass es eben zu den Pflichten eines Entscheiders gehöre, die persönliche Verantwortung für sein Tun zu übernehmen.
Mit dem „Badener Lied“ entließ die Gemeindekapelle die Zuhörer zum Buffet, an dem noch lange intensiv über die Reden diskutiert wurde. Fazit: Ein rundum gelungener Neujahrsempfang, dessen Erkenntniswert nicht zu gering einzuschätzen ist. (paw)

Trotz der anrollenden Grippewelle war der Kursaal beim Neujahrsempfang gut gefüllt. Fotos: paw

 

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