Markgräfler Bürgerblatt

Neuenburger „Weihnachtsmord“: Bundesgerichtshof kassiert Freispruch

Freiburg. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat der Revision der Staatsanwaltschaft Freiburg gegen den Freispruch eines Angeklagten im Prozess um den sogenannten „Weihnachtsmord“ von Neuenburg stattgegeben. Der Freispruch des damals 22-jährigen vom Februar 2017 ist damit aufgehoben, der junge Mann muss sich erneut vor Gericht verantworten. Der Freispruch aus Mangel an Beweisen sei nicht hinreichend begründet gewesen, so der BGH laut Auskunft einer Sprecherin der Freiburger Staatsanwaltschaft.

Dem jungen Mann wird die Beteiligung an der brutalen Ermordung eines damals 21 Jahre alten Familienvaters im Dezember 2014 in Neuenburg vorgeworfen. Ein 24 Jahre alter Täter war in dem Fall bereits Anfang 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Hintergrund der Tat dürften damals Streitigkeiten unter Kleinkriminellen gewesen sein, ganz geklärt wurde diese Frage im Prozess jedoch nicht.

Der 22 Jahre alte Deutsche, der nun erneut vor Gericht gestellt wird, hatte behauptet, er sei lediglich Zeuge des Mordes und vor Entsetzen so gelähmt gewesen, dass er nicht habe einschreiten können, als der 24-jährige sein Opfer unter anderem mit einer Holzlatte und dem Knauf einer Schusswaffe brutal über einen längeren Zeitraum zu Tode prügelte. Spuren, die den Mann eindeutig belastet hätten, waren seinerzeit nicht gefunden worden. Allerdings hatte der verurteilte 24-jährige den 22-jährigen als Haupttäter belastet. (MBB)

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Erneut vor Gericht muss nun der 22jährige Tatbeteiligte am „Weihnachtsmord“ in Neuenburg. Foto: Deckert

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