Markgräfler Bürgerblatt

Neuenburger Lynchmordprozess – Keine Tat im Affekt

Freiburg. Der Neuenburger Lynchmord vom Juni 2014 beschäftigt noch immer die Justiz. Nach acht Monaten Verhandlungszeit geht das Verfahren aber in seine entscheidende Phase. Jüngst wurde zum Abschluss der Beweisaufnahme ein Gutachter gehört, der sich mit der Frage der Schuldfähigkeit des Hauptangeklagten Akram Y (18) und des Mitangeklagten Timo P. (21) befasst hat.
Dem Gutachter zufolge lag bei beiden Männern zur Tatzeit keinerlei Einschränkung der Schuldfähigkeit vor. Der Ermordung des 27 Jahre alten mutmaßlichen Vergewaltigers Patrick H. sei „ein lückenloser Handlungsbogen“ vorausgegangen. Akram Y. habe die Tat mehrfach angekündigt. Offenbar wollte der junge Mann so die Vergewaltigung seiner großen Schwester rächen. Er sei bei der Tat weder durch seinen Haschisch-Konsum noch durch eine psychische Krankheit gestört oder beeinflusst gewesen. Eine Tat im Affekt sei auszuschließen. Auch an der Schuldfähigkeit von Timo P. (21), der das Opfer während der Tat festgehalten hat, ließ der Gutachter keine Zweifel.
Akram Y. wird vorgeworfen, zusammen mit seinem 48 Jahre alten Vater, Timo P. und einem weiteren Komplizen (19) Patrick H. umgebracht zu haben, wobei der 19 Jahre alte Mitangeklagte als Lockvogel diente, um das Opfer auf einen Pendlerparkplatz bei Neuenburg/Breisgau-Hochschwarzwald zu locken. Timo P. und Akram Y. sollen direkt vor dem Mord noch miteinander herumgealbert haben.
In zwei Wochen sollen in dem Verfahren die Plädoyers erfolgen. Allein für die Anklage sind dabei fünf bis sechs Stunden vorgesehen. Das Urteil wird am 7. Dezember erwartet. (MBB)

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