Markgräfler Bürgerblatt

Nahverkehr im Umland bald teurer?

Mehr zahlen für den Nahverkehr? Die Breisgau S-Bahn bei Wasenweiler. Foto: Homann

Wegen Straßenbahn-Defizit in Freiburg

Auf die Nutzer des Öffentlichen Nahverkehrs im Freiburger Umland, also in Breisach, am Kaiserstuhl oder im Markgräflerland, kommen möglicherweise höhere Kosten zu. Im Hintergrund steht die wirtschaftliche Schieflage der Freiburger Verkehrs AG, die mit Bus und Straßenbahn und ihrem gewaltigen Ausbauprogramm mit neuen Stadtbahnstrecken immer höhere Verluste erwirtschaftet. Geplant sind deshalb Verhandlungen mit dem Ziel, eine stärkere Beteiligung des Umlands an den Freiburger Nahverkehrskosten zu erreichen.

Politisch organisiert ist der ÖPNV von der Stadt Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen im Regioverkehrsverbund Freiburg RVF. Dort wird das Ringen um die künftige Finanzierung des Öffentlichen Nahverkehrs stattfinden. Das mit höheren Preisen zu rechnen ist, liegt seit dem Freiburger Defizit-Eingeständnis bei der Verkehrs AG auf der Hand. Und so tönt es aus dem Freiburger Rathaus: „Das Umland muss mehr zahlen“. Das Leistungsangebot der VAG im Stadtgebiet sei in den letzten Jahren um zwölfeinhalb Prozent gesteigert wurde – dennoch sei die finanzielle Beteiligung des Umlandes an den Kosten gleich geblieben und nicht mitgewachsen, meint VAG-Vorstand Oliver Benz.

Die Regiokarte kostet die Freiburger genauso wie die Nutzer im Umland im Monat bislang 57,50 Euro. Umland-Bewohner nutzen den Nahverkehr zum gleichen Preis aber über weitere Strecken als die Städter. So beginnt die Diskussion darüber, ob es eine städtische Netzkarte geben müsse auf dem bisher bestehenden Preisniveau und eine Karte für die Nachbarschaft Freiburgs, die dann um einiges teurer wäre und weitere finanzielle Leistungen für den Freiburger Nahverkehr erwirtschaften könnte.

Auch aus anderer Richtung drohen Preisanhebungen. Der Ausbau der Breisgau S-Bahn verschlingt zusätzlich dreistellige Millionensummen. Beobachter rechnen damit, dass dies ebenfalls zu höheren Fahrpreisen im Öffentlichen Nahverkehr führen wird. Aus Stuttgart berichtet Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon, die Landesregierung halte den aktuellen Preis für die Regiokarte angesichts des dichten Netzangebots sowieso für zu billig. „Ihr mit Eurer Flatrate“, habe Landesverkehrsminister Winfried Hermann abfällig über die Preisgestaltung im Regioverkehrsverbund Freiburg RVF gesagt. (uh)

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