Markgräfler Bürgerblatt

Mordfall Endingen – Carolin G. Spur 4.334 führt zum Täter

Öffentliche Pressekonferenz in Endingen: der mutmaßliche Mörder von Carolin G. ist gefasst (v.l.): Andreas Stenger, Chef KTI am LKA in BaWü, Peter Egetemaier, Kripochef FR, Bernhard Rotzinger, Polizeipräsident FR, Dieter Inhofer, Chef StA FR, Richard Kerber, Leiter “SoKO Erle”, Walter Pupp, Präsident LKW Tirol und Walter Roth, Sprecher PP FR. Foto: Salzer-Deckert

 

Der Sexualmord an der 27 Jahre alten Carolin G. aus Endingen ist offenbar geklärt. Die Polizei hat am 2. Juni gegen 14 Uhr einen Tatverdächtigen verhaftet. Der Mann ließ sich demnach widerstandslos an seinem Arbeitsplatz festnehmen. Er ist 40 Jahre alt, rumänischer Staatsbürger, nicht vorbestraft, und war zuletzt bei einer Spedition im Raum Freiburg als LKW-Fahrer beschäftigt. Der Verdächtige stritt die Tat bei seiner Festnahme ab, wie er auch den Mord an der 20 Jahre alten französischen Studentin Lucille K. in Kufstein/Tirol im Januar 2014, der ihm angelastet wird, nicht begangen haben will. Oberstaatsanwalt Dieter Inhofer betonte allerdings in einer Pressekonferenz nach der Festnahme, dass der Tatverdacht gegen den Mann „dringend“ sei.

Bei den Ermittlern waren die Freude und die Erleichterung über den Fahndungserfolg deutlich spürbar: Polizeipräsident Bernhard Rotzinger nannte die Ermittlungen ein „kriminalistisches Meisterstück“. Er hoffe, so Rotzinger, dass das Sicherheitsgefühl der Menschen in der Region nun wieder heilen könne.

Die 27-jährige Kaiserstühlerin Carolin G. war im vergangenen November an einem Sonntagnachmittag beim Joggen ihrem Mörder begegnet und einem brutalen Sexualverbrechen zum Opfer gefallen. Ihre Leiche wurde erst nach vier Tagen in einem Wäldchen gefunden. Viele Spuren hatte der Regen schon beseitigt, als die Tote entdeckt wurde. Dennoch wurden die Experten vom Kriminaltechnischen Institut (KTI) am Landeskriminalamt in Stuttgart fündig und konnten im Januar DNA-Fragmente des Mörders isolieren: Beim Täter, so fanden die Ermittler nach Tausenden Stunden Laborarbeit heraus, müsse es sich um einen Mann handeln, der bereits Anfang 2014 in Kufstein/Tirol die 20 Jahre alte Lucille K. ermordet hatte. Auch dort wurden Bruchstücke der gleichen Täter-DNA gesichert, außerdem stellten die Beamten fest, dass beide Frauen mit einer Eisenstange getötet wurden, wie man sie im Bordwerkzeug eines bestimmten LKW-Fabrikats vorfindet. Aus österreichischen Mautdaten von 50.000 LKW und dem Fahrzeugtyp, der sich anhand der Eisenstange bestimmen ließ, konnte der Kreis der Verdächtigen eingegrenzt werden. Eine Anfrage bei Speditionen im Freiburger Raum brachte die erhoffte Rückmeldung, die als Spur 4.334 in dem Fall bearbeitet wurde: Der Verdächtige wurde vernommen, und eine Speichelprobe des Mannes ergab einen Treffer mit den DNA-Fragmenten, die das KTI aufbereitet hatte. Auch der PKW des Mannes passte zu einer Zeugenaussage. Ein weiteres Indiz für die Täterschaft des 40-jährigen ist die Tatsache, dass sich sein Handy am Tattag am Tatort ins Funknetz eingeloggt hat. Und der Mann sieht den Phantombildern der Polizei ähnlich.

In Freiburg wird der Verhaftete sich übrigens nur für den Mord an Carolin G. verantworten müssen. Er kann als Ausländer nicht für ein Vergehen vor Gericht gestellt werden, dass er im Ausland an einer weiteren Ausländerin begangen hat. Ein zweiter Mordprozess dürfte daher in Österreich auf den Verhafteten zukommen. (MBB)

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