Breisach Aktuell

Markgräfler nach Kaiserstühler

Das neue Präsidium des Badischen Weinbauverbandes vor der Festhalle in Vogtsburg-Oberbergen: (v.l.) Stephan Danner (Durbach), Martin Schmidt (Eichstetten), Präsident Rainer Zeller (Müllheim-Britzingen), Thomas Walz (Heitersheim) und Martin Linser (Freiburg-Opfingen). Foto: Uli Homann

Präsidenten-Wahl im Badischen Weinbauverband  – Der neue Präsident des Badischen Weinbauverbandes, Rainer Zeller, hat den Zusammenhalt und die Geschlossenheit der Winzer als Zielsetzung seiner Amtszeit ausgegeben. Gleichzeitig signalisierte Zeller, der Weinbau in Baden müsse sich auf die neuen Umweltschutz-Auflagen der Landesregierung einstellen. Zellers Vorgänger Kilian Schneider hatte die Beschränkungen noch massiv kritisiert.

Mit Rainer Zeller führt jetzt ein selbstständiger Versicherungsmakler, der als Nebenerwerbswinzer tätig ist, den Badischen Weinbauverband. Der 63jährige kommt aus Britzingen im Markgräflerland und bekleidet beim Badischen Winzerkeller in Breisach seit 2016 das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden. Lange Jahre wirkte er auch als Verwaltungsratsvorsitzender der WG Britzingen.

Der Markgräfler folgt auf den Kaiserstühler Kilian Schneider, der sein Präsidentenamt nach zehn Jahren wegen gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach einem Schlaganfall aufgegeben hat. Reiner Zeller gilt als Übergangspräsident, da er aus Altersgründen für keine zweite Amtszeit mehr antreten kann. Dem Markgräfler stehen vier Vizepräsidenten zur Seite: Martin Schmidt, Weingutsbesitzer aus Eichstetten am Kaiserstuhl, Martin Linser, Wein- und Spargelbauer aus Freiburg-Opfingen (Tuniberg), Stephan Danner, Vorstand der Winzergenossenschaft Durbach (Ortenau ) und Thomas Walz, Weingutsbesitzer aus Heitersheim ( Markgräflerland).

Walz war im Frühjahr selbst Kandidat für das Präsidentenamt gewesen, hatte aber zurückgezogen, weil plötzlich mit Michael Kunzelmann (WG Achkarren) ein weiterer Bewerber antrat. Kunzelmann erhielt dann im Verbandsausschuss keine Mehrheit und so wurde die Präsidentenwahl vertagt. Jetzt herrschten nach Aussage von Verbands-Geschäftsführer Peter Wohlfarth klare Verhältnisse für den von einer Findungskommission ausgesuchten Kandidaten Zeller. Er und seine Vizepräsidenten seien mit großer Mehrheit gewählt worden. Die Stellvertreter von Zeller sind alle in den Vierzigern – das Präsidium des Weinbauverbandes ist damit deutlich verjüngt und manche sprechen von einem Generationswechsel.

Zu den ökologischen Vorgaben, die auf den Weinbau zukommen, sagte der neue Präsident, „wir müssen uns daran halten und wir werden das meistern“. Es ist mit dem Gebot zu rechnen, in einigen Jahren nur noch 50 Prozent der heutigen Menge an Pflanzenschutzmittel zu verwenden. Geschäftsführer Wohlfarth fügte hinzu, die Einschränkungen beim Pflanzenschutz „müssen machbar sein“. Sonst werde die Kulturlandschaft des Weinbaus „nicht überleben“.

In den zurückliegenden Corona-Monaten haben Badens Weinerzeuger im Lebensmittel-Einzelhandel und bei den Discountern den Absatz zunächst steigern können, sagte Präsident Zeller, dann habe sich das Geschäft „auf Normalmaß eingependelt“. Vizepräsident Danner verwies darauf, Betriebe, die viel Wein an die Gastronomie geliefert haben, seien durch den Lockdown „schwer gebeutelt“. Zu spüren sei auch, dass es keine Hocks und Weinfeste gebe. Danner: „Das Problem ist, es wird nicht nachgetrunken“. Der neue Jahrgang 2020 sei vielversprechend, meinten die Weinbaufunktionäre; es gelte die Empfehlung, den Ertrag pro Hektar um 10 Hektoliter zu reduzieren. (uh)

 

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