Stadtanzeiger Breisach

Macbeth in Breisachs Stadthalle

Foto: Monika Sennrich

Über 200 Schüler erleben die Theateraufführung für die neunten Klassen der Hugo-Höfler-Realschule und des Martin-Schongauer-Gymnasiums. Bereits zum zweiten Mal gab Bernd Lafrenz eines seiner Shakespeare-Stücke für die gesamte neunte Jahrgangsstufe der Hugo-Höfler-Realschule zum Besten. Im Curriculum des Faches Deutsch hat das Theater bzw. die Gattung „Drama“ einen festen Platz in Klasse 9. So besucht jede dieser 9. Klassen mindestens eine Theater¬aufführung. Die Möglichkeit des Theaters vor Ort ließen sich auch zwei 9. Klassen des Martin-Schongauer-Gymnasiums nicht nehmen und schlossen sich kurzerhand der Veranstaltung an. Die Aufführungen des Soloschauspielers Bernd Lafrenz ergänzen diese Erfahrungen auf „die etwas andere Art“. Denkt man bei Macbeth zunächst eher an düstere schottische Schlösser, Mordintrigen, Hexenzauber und Verfolgungswahn, wird man bei Lafrenz zwar nicht eines Besseren belehrt, doch wird bei ihm die ursprüngliche Tragödie zur schaurigen Komödie.
Wie ihm dies gelingt? Durch den unglaublich raschen Wechsel der Figuren – teilweise durch übertrieben dargestellte Ticks, aber auch durch sprachliche Unterschiede – schafft er es, ein gesamtes Theaterensemble alleine zu verkörpern. Dies führt immer wieder zum Schmunzeln, ja sogar zum Lachen im Publikum. Doch auch anderweitig ist das Publikum bei Lafrenz häufig im Einsatz, sei es durch direkte Ansprache, einen flüchtigen Handkuss oder aber die aktive „geräuschvolle“ Mitwirkung beim Türöffnen im alten Schloss von Macbeth.In diesem Stück lernt man jedoch nicht nur die Protagonisten des Theaterstücks kennen. Durch die Methode des „Theaters im Theater“ bringt Lafrenz auch William Shakespeare selbst, seinen Freund und Hauptdarsteller, ebenso wie seine Mutter mit auf die Bühne. Für den Zuschauer bedeutet dies zwar Gedankenakrobatik schlechthin, ermöglicht gleichzeitig aber auch ein Verschnaufen und Rekapitulieren des gerade Erlebten und Gesehenen. Lafrenz nutzt diese Einschübe gekonnt, um die Handlung zu raffen, zu erklären und um dem Publikum zusätzliche Hintergrundinformationen zu geben. So bringt Lafrenz den Schülern auch ein solch schwieriges Stück in kurzweiligen eineinhalb Stunden auf humorvolle Art und Weise näher. Nach der Vorstellung nahmen viele den Tourplan des Künstlers mit und einige Schülerinnen nutzten im Anschluss noch die Gelegenheit, sich direkt mit dem Künstler zu unterhalten und ihm Fragen zu stellen. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle auch dem Freundes- und Förderverein der Hugo-Höfler-Realschule, der diese Veranstaltung finanziell unterstützt hat.Text und Bild: Monika Sennrich

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