Breisach Aktuell

Lust auf die Börse wecken

Ein Mann der großen Gesten - Dirk Müller

„Dirk of the DAX“ Müller war zu Gast beim Sparkassen-Forum

„Finanzmärkte im Spannungsfeld“ lautete der Titel, den Börsenmakler und Buchautor Dirk Müller seinem Vortrag, den er kürzlich vor etlichen hundert Sparkassenkunden im Großen Saal des Kurhauses Bad Krozingen hielt, gegeben hatte.

 

Müller, der zunächst als Gesicht der Frankfurter Börse zu medialem Ruhm gelangt ist, stellte nicht nur die geopolitischen Ursachen diverser weltweiter Krisen und die Augenwischerei der andauernden Niedrigzinsphase in den Fokus seiner Ausführungen sondern wollte der Anlegern unter den Sparkassen-Kunden vor allem Appetit auf Aktien machen. „Der Referent hat die Massen nach Bad Krozingen gezogen“, freute sich Sparkassenvorsitzender Herbert Lehmann über den voll besetzten Saal. Er versprach nicht nur einen „lebendigen Referenten“ sondern auch dessen „klare Aussagen weg vom Mainstream“. „Die Welt scheint derzeit aus den Fugen zu geraten. Dirk Müller hat sich dazu geäußert, und das wurde in der Presse nicht nur positiv aufgenommen“, bereitete Lehmann die Zuhörer auf „Mr. DAX“ vor. Dieser revanchierte sich denn zunächst auch bei der Presse. „Glauben Sie nichts, was in der Zeitung steht“, lautet Dirk Müllers – nach eigener Aussage -wichtigste Botschaft. Am Beispiel des Ukraine-Konfliktes verdeutlichte er dann auch warum. Während in den Medien von einem Konflikt aufgrund von Menschenrechtsverletzungen die Rede sei, handle es sich in Wahrheit um reine Geostrategie. „Das Schicksal der Welt wird auf dem eurasischen Kontinent entschieden. Die Amis müssen ihren Claim abstecken, die Russen sich die Ukraine sichern“, so Müllers These. Ebenfalls harsche Kritik hagelte es für das „europäische Schuldenkarussell“. Künstlich niedrige Zinsen, die zur Kreditaufnahme anregen sollen, machten nur Sinn, wenn es auch Kreditnehmer mit ausreichender Bonität gäbe. Dies würde aber innerhalb Europas „von Nord nach Süd“ nicht funktionieren. Ebenfalls aberwitzig sei der Kreislauf zwischen der Europäischen Zentralbank (EZB), den nationalen Banken und der EU. „Warum gibt die EZB das Geld nicht gleich an die EU“, hinterfragt Müller den zwischenschritt über die jeweiligen nationalen Geldinstitute. „Weil es wegen Inflation verboten ist“, beantwortete er diese Frage auch gleich selbst, bevor er auf sein eigentliches Thema, die Börse, zu sprechen kam. Angst sei es, die viele Kapitalanleger abhielte – trotz dauerhaft niedriger Zinsen – in Aktien zu investieren. Diese Angst sei jedoch unbegründet, wenn man eine gute Anlagestrategie verfolge und aus „wildes Zocken“ verzichte, versprach der Börsenfachmann. „Sachwerte sind angesagt“, so Müller über die gute Anlagestrategie, die auf den drei Säulen Immobilien, Edelmetalle und Aktien ruhen solle. Was den Aktienkauf angeht, empfahl „Dirk of the DAX“ Aktien von Unternehmen zu kaufen, die seit vielen Jahre an der Börse sind. „Finger weg von Trends“, warnte Müller und riet, die Kursentwicklungen der großen Aktiengesellschaften über Jahre zurück zu verfolgen. Dieses Vorgehen sei wesentlich verlässlicher als alle Wirtschaftsprognosen, die nahe an der Kaffeesatzleserei lägen. „Das ganze Geheimnis des Erfolgs – setzen Sie auf Unternehmen, die sie seit Jahrzehnten kennen“, verriet Dirk Müller sein ebenso einfaches wie einleuchtendes Börsengeheimnis.

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