Markgräfler Bürgerblatt

Leserbriefe zum Kurhotel Bad Krozingen

Der geplante Neubau eines Kurhotels im Kurpark Bad Krozingen führt zu kontroversen Diskussionen. Auch zu unserem Artikel „Bad Krozingen und das Hotel im Park – Eine Momentaufnahme“ erreichen uns  divergierende Meinungen, die wir hier wiedergeben:

„Mit nicht geringer Verwunderung habe ich den genannten Artikel zur Kenntnis nehmen müssen. Schon die Überschrift ist in sich nicht stimmig: Anders als damit suggeriert gibt es – zum Glück – noch kein Hotel im Kurpark!
Aber auch beim Weiterlesen kam ich aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Fast war ich geneigt anzunehmen, ich blättere in einem Flyer der Kur und Bäder GmbH oder aber zumindest in einer von dieser gesponserten Broschüre.
Bisher bin ich davon ausgegangen, dass Redakteure vor dem Schreiben recherchieren; dieser Artikel hat mich eines Besseren belehrt. Der potenzielle Investor – die Künig GmbH aus Kufstein – ist kein Hotelier; die Gruppe betreibt mehrere „Kurzentren“ in Österreich und Deutschland. Es wird von dieser auch kein Hotel „hoher und höchster Kategorie“ geplant; es soll ebenfalls ein Kurzentrum entstehen, das dann mit Pauschalangeboten wirbt, die die ortsansässigen Beherbergungsbetriebe nicht „stemmen“ können.
Richtig fiel mir allerdings die Kinnlade herunter, als ich von einem „kaum frequentierten Kinderspielplatz“ lesen musste. Entweder der Autor hat – wenn überhaupt – den Spielplatz bei Sturm und Regen besucht, oder aber zu Tagesrandzeiten. Ansonsten ist hier immer mächtig was los! Und der Minigolfplatz, der in jedem Fall einem Bau zum Opfer fallen würde, beherbergt wunderschönen alten Baumbestand, der vielen Bürgern und Besuchern absolute Erholung bringt.
Nicht nachvollziehbar sind auch die „wenigen Schritte“ bis zum „neuen“ Kurpark. Und wo bitte sind die „schattenspendenden Baumgruppen“? Vielleicht in zwanzig Jahren dürften die kleinen Bäumchen einmal wirklich Schatten spenden! Zur Zeit können Kinder dort nur in praller Sonne spielen. Im Übrigen ist die Planung dieses Spielplatzes an Kleinkindern vorbeigegangen; durch die verbauten Materialien ist dieser Spielplatz sogar partiell gefährlich.
Und nach dem anfänglichen Hype (es war halt neu) hat die Begeisterung für die Anlage inzwischen schon erheblich nachgelassen.
Alles in Allem empfinde ich diesen Artikel als sehr enttäuschend. Richtig seriöser Journalismus sieht anders aus!“

Jörg-R. Prang, Bad Krozingen

 

Ein weiterer Leser schreibt uns zum gleichen Thema wie folgt:

„Mit Interesse habe ich Ihren Artikel zum Hotelprojekt im Kurpark in Bad Krozingen gelesen. Da sind Ihrem Redakteur wohl einige Fehler bei der Recherche unterlaufen. Das Hotelprojekt der Österreichischen Küniggruppe lebt von Pauschalangeboten, die bei 599 Euro pro Woche beginnen (Internet) und dabei zahlreiche hausinterne Therapiemassnahmen einschließen die sonst üblicherweise bei Kuraufenthalten in der Vita Classica Therme angeboten werden. Gegen diesen „Billigen Jacob“ sind die Hoteliers vorgegangen. Die eigentliche Absicht der Stadt, ein Nobelhotel im Heilbad anzusiedeln, wird mit diesem Projekt leider verfehlt.
Der vorgesehene Bauplatz der bestimmt um die 9 Millionen Euro wert ist, soll in Erbpacht für einen Spottpreis (schätzungsweise etwa 30.000 Euro pro Jahr ?) vergeben werden. Das sind doch super Konditionen für jeden Investor!
Der Bauplanungsbereich ist ein wesentlicher Teil des Kurparks der die Bad Krozinger Innenstadt mit der „Grünen Lunge“ des Kurortes verbindet. Der 150 m lange und etwa 50 m Breite viergeschossige Hotelneubau würde sich wie ein massiver Riegel zwischen Stadt und Kurpark schieben und den gesamten Kurpark nachhaltig schädigen.
Zudem würden dort 39 sehr alte Bäume gefällt, die zahlreichen Vogelarten Schutz bieten und dem erst vor zwei Jahren renovierten Turnier-Minigolfplatz, den stark frequentierten Kinderspielplatz und den benachbarten Streichelzoo im Sommer wertvollen Schatten spenden. Die gesamte Anlage ist ein beliebtes Freizeitgelände das von den Bad Krozinger Familien überaus geschätzt und stark frequentiert wird.
Herr Kurdirektor Rubsamen ist nun der Meinung, dass der neu geschaffene „Abenteuerspielplatz“, am äußersten Ende der Kurparks, der bisher auch ohne gewachsen Baumbestand ist, einen Ersatz für die bisherige Anlage darstellt. Diese Forderung erfüllt der neue Platz leider nicht. Die neue Anlage ist zu weit vom Ortszentrum entfernt und der Weg dahin ist für Kleinkinder und Großeltern sehr beschwerlich. Auch ein Parkplatz ist nicht vorhanden. Die neue Anlage ist, auch von der Gestaltung her, nur für ältere Kinder geeignet. Das neue Gelände ist daher eine Abrundung des Angebots für Bad Krozinger Familien.
Liebes Markgräfler Bürgerblatt, für die Zukunft wünschen ich mir, dass Berichte dieser Art doch alle bekannten Fakten berücksichtigen würden. Nur dann ist eine Berichterstattung auch wirklich glaubwürdig.“

Peter Krusche, Bad Krozingen

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