Markgräfler Bürgerblatt

Leserbrief zum Thema: „Alevitische Gemeinde Müllheim im Hungerstreik“

Die Alevitische Gemeinde Müllheim befand sich von Mittwoch, 6., bis Freitag, 8. Januar, im Hungerstreik. Der Grund: Protest zu den Vorgängen in der Türkei.
„Seit Juli 2015 sind bei militärischen Operationen und kriegerischen Auseinandersetzungen im Südosten der Türkei über hundert Menschen getötet worden. Wochenlange Ausgangssperren, bei denen Verletzte kein Krankenhaus aufsuchen können, werden über Städte verhängt. Das bedeutet auch: kein Wasser, keine Elektrizität, keine Lebensmittel, keine medizinische Versorgung, Zugangssperre für die Presse und andere Beobachter. Dem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zufolge geschieht der Einsatz der Sicherheitskräfte unverhältnismäßig und willkürlich.
Wir fordern die Europäische Union und die Bundesregierung dazu auf, auf ein Ende des Kriegs in der Türkei hinzuwirken und Staatspräsident Erdogan und die AKP-Regierung zur Einhaltung der menschenrechtlichen Maßstäbe anzumahnen. Die Eskalation und das Töten von Unschuldigen müssen sofort beendet werden. Die Türkei darf nicht länger als EU-Beitrittskandidat behandelt werden. Die Zugeständnisse, die gemacht wurden, damit Erdogan und die AKP-Regierung entsprechende Maßnahmen treffen, um die über die Türkei nach Westeuropa fliehenden Menschen aufzuhalten, müssen revidiert werden. Ein Staat, der sein eigenes Volk terrorisiert und bekriegt, darf nicht unterstützt werden.
Wir Aleviten glauben an die Werte der Demokratie, sodass wir von unseren Repräsentanten erwarten, dass sie uneingeschränkt für ihre universelle Geltung und den Schutz der Menschenrechte eintreten. Wer den Krieg im Südosten und die generellen Entwicklungen in der Türkei aus vermeintlich pragmatischen Gründen ignoriert, wird seiner menschlichen Verantwortung nicht gerecht.“
Kemal Dogan, Müllheim

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