Markgräfler Bürgerblatt

Leserbrief zum Thema „ÖPNV bzw. Anbindung verschiedener Gemeinden an den S-Bahn-Taktverkehr“

Schallstadts Bürgermeister Jörg Czybulka wendet sich in der aktuellen Frage des ÖPNV bzw. der Anbindung verschiedener  Gemeidnen an den S-Bahn-Taktverkehr an Verkehrsminister Minister Hermann, sowie an die Abgeordneten Edith Sitzmann und Gabi Rolland.

„Wie mehrfach in der Tagespresse berichtet, bestehen durch die möglichen Planungen zum Expressnetzangebot erhebliche Irritationen und eine gewisse Verunsicherung auch innerhalb der Bevölkerung von Schallstadt und seinen Umlandgemeinden. Hierzu gehören insbesondere die Gemeinde Ebringen sowie die bei den Ortsteile der Gemeinde Ehrenkirchen, Scherzingen und Norsingen, oder auch die Freiburger Ortsteile Munzingen und Tiengen.
Eine Einschränkung des öffentlichen Nahverkehrsangebots am Bahnhof Schallstadt mit aktuell zwei Halten wäre mit erheblichen Nachteilen verbunden. Sie passt auch nicht zu dem ökologisch begründeten Wunsch, Pendler zu einem Wechsel vom KFZ zur Bahn zu bewegen. (…) Das Land Baden-Württemberg hat in den vergangenen Jahren eine Nahverkehrskonzeption verfolgt, deren Absichten mit einer Ausdünnung der Haltepunkte erheblich gefährdet wären. (…) Insbesondere die doch nicht unerhebliche Anzahl an Pendlern von Schallstadt und den umliegenden Kommunen nach und von Basel verlangt viel mehr eine weitere Verbesserung des ÖPNVs durch einen zusätzlichen, dritten Halt mit dem Regionalexpress. Vor die Wahl gestellt, erst nach Freiburg oder Bad Krozingen fahren zu müssen, um das Angebot des Regionalexpresses nach und von Basel in Anspruch nehmen zu können, entscheidet sich der Reisende im Zweifelsfall für die deutlich zeitsparendere Lösung des Verkehrsmittels KFZ. Dies kann und darf nicht im Sinne der aktuellen Landesregierung sein.
Die Haltepunkte Schallstadt sollen nicht geschwächt bzw. ausgedünnt, sondern vielmehr durch den weiteren Halt eines Regionalexpresses ausgebaut werden. Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur soll verlässlich und nachhaltig sicherstellen, dass nicht nur die beiden aktuellen Halte, sondern auch dem der Landesregierung erklärten ökologischen Gedanken folgend ein weiterer Halt mit dem Regionalexpress garantiert werden. Insgesamt sind bei einer Einwohnerzahl in Schallstadt, Ebringen, den Ehrenkirchener Ortsteilen Scherzingen und Norsingen sowie auch aus den Freiburger Ortsteilen Tiengen und Munzingen insgesamt über 15.000 Menschen als Pendler betroffen.
Der Gemeinderat von Schallstadt hat aus diesen Gründen eine Resolution entsprechend den o.g. Ausführungen beschlossen mit der Forderung an die Landesregierung, sicherzustellen, dass beide Halte sowie auch künftig als weiterer Halt alle Nahverkehrszüge und Regionalexpresszüge auf dem relevanten Streckenabschnitt der Rheintalbahn den Haltepunkt Schallstadt anfahren.
Sehr geehrter Herr Minister Hermann, sofern eine künftige Anbindung der Haltepunkte in Schallstadt im Rahmen des (Regional-)Expressnetzes nicht mehr erfolgen kann, bitten wir um Mitteilung, welche konkreten Ersatzanbindungen in Planung sind bzw. wie weit die Überlegungen hin zu einer verlässlichen ‚V2-Stunden-Vertaktung im Zuge einer S-Bahn-Anbindung gediehen sind.“
Jörg Czybulka, Bürgermeister Schallstadt

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